Aktualisiert 26.07.2011 12:23

Harte Strafen

St. Gallen nimmt Hooligans an die Kandare

Die Staatsanwaltschaft Gossau hat sechs Randalierer zu Geldstrafen von bis zu 13 500 Franken verurteilt. Für einen Krawallmacher kommt es noch dicker.

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Es geschah im August 2009: Vor dem Match FC St. Gallen gegen Aarau kam es am Bahnhof Wil zu schweren Ausschreitungen. Dabei wurden mehrere Autos beschädigt und eine Person verletzt. Auf Grund von Videoaufnahmen konnte die Polizei acht teils vermummte Randalierer ermitteln.

Die Staatsanwaltschaft hat die Fussball-Chaoten nun zu hohen Geldstrafen und Bussen verurteilt: Sechs Täter müssen zwischen 1500 und 13 600 Franken bezahlen, zusätzlich erhalten sie ein Stadion- und Rayonverbot. Gegen zwei weitere kommt es zu einer Gerichtsverhandlung. Einem Wiederholungstäter wurde gar eine Meldepflicht auferlegt. «Er muss während eines Jahres vor allen Spielen des FC St. Gallen persönlich auf einem Polizeiposten erscheinen», sagt der zuständige Staatsanwalt Christian Bächle zu 20 Minuten Online.

Damit wolle man verhindern, dass der 24-jährige Mann an Fussballspielen erneut gewalttätig wird. «Er hatte schon verschiedentlich an Ausschreitungen teilgenommen und auch Polizisten angegriffen», so Bächle. Eine solche Strafe würde Randalierern nur «in ganz wenigen» Fällen auferlegt.

Präventivhaft möglich

Als härteste Massnahme sieht das Gesetz gar eine präventive Inhaftierung vor. Dies sei im Schweizer Fussball aber bislang noch nicht verhängt worden, so Bächle.

Unter Justizdirektorin Karin Keller-Sutter fährt der Kanton St. Gallen seit einiger Zeit einen harten Kurs gegen Hooligans. Als erster Kanton führten die Ostschweizer Schnellgerichte gegen Chaoten ein.

Wer an Ausschreitungen teilnehme, müsse aber nicht nur mit einer Bestrafung im Schnellverfahren rechnen, sagt Bächle. Bei komplexer Beweislage wie etwa bei dem Vorfall in Wil könnten Täter noch Monate oder gar Jahre nach dem Vorfall zur Rechenschaft gezogen werden. (am/sda)

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