Aktualisiert 28.03.2014 16:00

Wegen Konkurrenz

St. Gallen sucht neue Kongress-Strategie

Mit dem Internationalen Brustkrebskongress und dem Darmkongress hat St. Gallen zwei wichtige Kongresse verloren. Nun diskutieren die Verantwortlichen über eine neue Strategie.

St.Gallen will sich international als aktiven Kongress-Standort profilieren. (Bild: zvg)

St.Gallen will sich international als aktiven Kongress-Standort profilieren. (Bild: zvg)

Ein erstes Treffen fand am Freitag statt, wie Stadtpräsident Thomas Scheitlin an einer Medienkonferenz sagte. Man habe eine Auslegeordnung gemacht und einen «konstruktiven Dialog» geführt. Von einer Krisensitzung wollte Scheitlin nicht sprechen.

In den nächsten Monaten sei eine «Phase der Arbeit», der Analyse und Auswertung geplant. Die Bedürfnisse der Kongressanbieter sollen abgeklärt, die Konkurrenz (Davos, Interlaken, Basel) analysiert sowie Zielmärkte und Zielgruppen definiert werden. Im kommenden September sollen dann Entscheide fallen. «Wir sehen uns klar als nationalen, grossregionalen Player», sagte der Stadtpräsident. Wohin die künftige Kongress-Strategie konkret gehen soll, war an der Medienkonferenz nicht zu erfahren.

Steigender Konkurrenzdruck

Frank Bumann, Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus, sagte, das Kongressgeschäft habe sich durch die Finanz- und Wirtschaftskrise stark verändert. Der Konkurrenzdruck habe zugenommen.

Impulse für die Zukunft St. Gallens als Kongressstadt könnten die Universität (HSG) und die Fachhochschule St. Gallen, das Kantonsspital und die Forschungsanstalt Empa liefern. Sie alle seien führend in Bildung, Wissenschaft und Forschung, heisst es in einer Mitteilung der Stadt.

Mit dem Internationalen Brustkrebskongress verliert St. Gallen seinen wichtigsten Ärztekongress an Wien. Der renommierte, alle zwei Jahre stattfindende Kongress hatte jeweils über 4000 Fachleute nach St. Gallen gebracht. Anfang März wurde bekannt, dass auch der European Colorectal Congress, ein Darmkongress mit 1500 Teilnehmern, St. Gallen verlässt. Die Organisatoren beider Kongresse begründeten ihren Wegzug mit dem zu kleinen Hotelangebot in St. Gallen. Der logistische Aufwand sei dadurch zu gross geworden.

Hotel-Projekt gescheitert

Das Problem ist in St. Gallen schon lange bekannt. Die Olma Messen und die Stadt planten auf dem Olma-Areal den Bau eines Kongresszentrums mit Hotel. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit wurde das 45-Millionen-Projekt aber Mitte 2013 beerdigt.

(sda)

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