«Serie muss einmal reissen»: St. Gallen und der Fluch – Fazliji will im Cupfinal den Wankdorf-Horror beenden
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«Serie muss einmal reissen»St. Gallen und der Fluch – Fazliji will im Cupfinal den Wankdorf-Horror beenden

Am Sonntag will der FC St. Gallen mit dem Cupsieg die Ostschweiz in eine kollektive Ekstase versetzen. Verteidiger Betim Fazliji erklärte uns, weshalb der erste FCSG-Sieg im Wankdorf seit mehr als zwei Jahrzehnten fällig ist. 

von
Silvan Haenni
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Betim Fazliji und der FC St. Gallen: Jubeln die Ostschweizer auch am Sonntag?

Betim Fazliji und der FC St. Gallen: Jubeln die Ostschweizer auch am Sonntag?

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Auf den 23-Jährigen und sein Team wartet im Cupfinal der FC Lugano.

Auf den 23-Jährigen und sein Team wartet im Cupfinal der FC Lugano.

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Spielstätte Wankdorf: Auf dem Berner Kunstrasen punkten die St. Galler selten.

Spielstätte Wankdorf: Auf dem Berner Kunstrasen punkten die St. Galler selten.

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Darum gehts

  • Cupfinal 2022: Am Sonntag in Bern treffen St. Gallen und Lugano aufeinander.

  • Im Wankdorf lief der FCSG seit 1998 nicht mehr als Sieger vom Platz.

  • Für Verteidiger Betim Fazliji ist klar: der richtige Zeitpunkt, die Serie zu beenden.

«Am Sonntag sehen wir definitiv den FC St. Gallen vom Rückrunden-Start», sagt Defensiv-Allrounder Betim Fazliji an. Auch er weiss: St. Gallen hatte im Jahr 2022 zwei Gesichter. Zum einen war da berauschender Offensiv-Fussball und ungeschlagene Monate Februar und März. Zum anderen folgten dann auch wieder zähe Spiele, die an eine verkorkste Vorrunde samt Platz acht und Abstiegsangst erinnerten. 

Mit vollem Einsatz und so cool wie nur möglich will man im Cupfinal gegen Lugano an den phänomenalen Rückrunden-Start anknüpfen, so Fazliji. Er selbst sei «richtig, richtig heiss» auf das Spiel. Schliesslich hat der 23-Jährige etwas gut zu machen: Vor einem Jahr spielte er durch, als sein Team vor trostlos-leeren Rängen gegen Luzern 1:3 unterging und den Traum vom ersten Cupsieg seit 1969 vertagen musste.

«Der richtige Zeitpunkt»

Für ein Jahr zumindest. Das Team sei mittlerweile besser und zuletzt auch nah zusammengerückt, so das St. Galler Eigengewächs. «Zudem mussten wir letzte Saison bis kurz vor dem Cupfinal noch gegen den Abstieg kämpfen», fügt Fazliji an, «nun haben wir damit nichts mehr zu tun». Und: «Die Erfahrung aus der Niederlage von vergangenem Mai hilft mir persönlich – ich weiss, was gut und was schlecht war.» 

Für den kosovarischen Nationalspieler (elf Einsätze), der trotz seines jungen Alters bereits zu den etablierteren Spielern im Team von Trainer Peter Zeidler (59) gehört, ist alles angerichtet: «Der Sonntag ist der richtige Zeitpunkt, um unsere Sieglos-Serie im Wankdorf zu beenden.» Sieglos-Serie? Der letzte Sieg des FCSG im Berner Stadion datiert vom Jahr 1998. Seither ging man 34 Mal nicht als Sieger vom Rasen. Vom Kunstrasen des neuen Wankdorfs seit Einweihung 2005 noch gar nie.

Resultat-Tipp: 1:0 für St. Gallen

«Es wird ein anderes Spiel, in einem Cupfinal kann viel passieren», so Fazliji. Aber: «Jede Serie muss einmal reissen.» Ähnlich selbstsicher ist auch seine Resultat-Prognose: «1:0 für St. Gallen. Am besten lange 0:0, dann ein spätes Tor für uns – noch vor der Verlängerung.» Der Tipp eines Verteidigers? «Ja.» (schmunzelt) So oder so: «Wir wollen diesen Pokal. Es ist das grösste Ziel überhaupt.»

Danach soll gefeiert werden. Fazliji selbst hat mit Jahrgang 1999 an die FCSG-Meisterfeier von 2000 keine Erinnerungen mehr. «Aber ich habe Videos gesehen», so der 85-fache Super-League-Spieler. Das reiche, um zu wissen, was bei einem Sieg auf die Mannschaft zukommen würde. «Ein Cupsieg wäre eine Riesensache», so Fazliji, «und in St. Gallen mit unseren Fans noch ein bisschen mehr». Er selbst konnte einige der so begehrten Tickets für Freunde und Verwandte ergattern: «Ich will mit ihnen etwas ganz Spezielles erleben.»

«Zählen Tage wie Kinder vor Weihnachten»

Auch für Peter Zeidler ist klar: «Der Schweizer Cup ist etwas Grosses, mit St. Gallen umso mehr.» Um seine Mannschaft ideal vorzubereiten, werden die St. Galler die letzten beiden Tage vor dem Cupfinal zusammen im Berner Oberland verbringen. Auf dem Programm: Training, Entspannung und psychologisch wichtige Einzelgespräche.

Auch letztes Jahr gab es einen ähnlichen Zusammenzug, das Hotel habe man nun aber gewechselt. Zeidler: «Wir sind halt alle etwas abergläubisch.» Die Stimmung im Team und das Level der Konzentration sei jetzt schon viel besser als bei der 1:3-Pleite gegen Luzern. Die riesige Vorfreude würde alles überstrahlen: «Noch zwei Mal schlafen. Wir zählen die Tage wie Kinder vor Weihnachten.» 

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