St. Gallen und Thurgau gemeinsam gegen Fluglärm

Aktualisiert

St. Gallen und Thurgau gemeinsam gegen Fluglärm

Die Kantone St. Gallen und Thurgau wehren sich gemeinsam gegen die Neugestaltung der Luftraumstruktur um den Flughafen Zürich.

Sie akzeptieren eine einseitige Verlagerung des Flugverkehrs nach Osten nicht, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde.

Wegen der Auswirkungen der Luftraumstruktur auf die Region Wil kam es nach Angaben der St. Galler Staatskanzlei zu einer Aussprache zwischen Vertretern der beiden Kantone und Betroffener sowie dem Direktor des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl), Raymond Cron, und Skyguide-Vertretern. Thema waren die Ausgestaltung des Anflugverfahrens ILS 28 und die Auswirkungen auf den Raum Wil.

«Raumplanerisch nicht betroffen»

Die Kantone St. Gallen und Thurgau sind nicht am Sachplan Infrastruktur beteiligt. Im Gegensatz zu Aargau und Schaffhausen seien St. Gallen und Thurgau «raumplanerisch nicht von der Entwicklung im Flughafen Zürich betroffen», begründete Cron.

Er sicherte Informationen über den SIL-Prozess zu. Falls sich «raumplanerische Betroffenheit» für St. Gallen und Thurgau ergebe, würden die beiden Kantone in den Koordinationsprozess integriert.

Der Kanton Thurgau werde noch innert Monatsfrist eine Beschwerde einreichen, kündigte der Thurgauer Regierungsrat Hans Peter Ruprecht an. Ziel sei die Integration des Kantons Thurgau in den Koordinationsprozess.

Nordausrichtung beibehalten

Eine Nordausrichtung der Flugbewegungen sei beizubehalten. Nur der Flugverkehr sei zu «verteilen», der wegen der deutschen Einschränkungen nicht gegen Norden abgewickelt werden könne, verdeutlichte der St. Galler Regierungsrat Josef Keller. Ziel sei weder eine Verteilung des Flüglärms in alle Himmelsrichtungen noch eine gezielte Ostausrichtung, sagte er.

Die Verteilung müsse nach sachlichen Kriterien, der Anzahl Betroffener, erfolgen. Für die weitgehende Nordausrichtung des Flughafens sei die Einführung des gekröpften Nordanflugs von grosser Bedeutung, erklärte Keller.

Gegen die Neugestaltung der Luftraumstruktur, die den Anträgen der beiden Kantonsregierungen nicht Rechnung trägt, wurden Beschwerden eingereicht, wie die Regierungsvertreter orientierten. St. Gallen und Thurgau akzeptierten eine einseitige Verlagerung Richtung Osten nicht.

Die Thurgauer Regierung hat ein Konzept für Lärmmessungen in der Region Hinterthurgau erarbeitet und ersucht den Kanton St. Gallen und die Gemeinden der Interkantonalen Regionalplanungsgruppe Wil (IRPG), sich an der Finanzierung zu beteiligen. In der Frage der Fluglärmmessungen sei ein koordiniertes Vorgehen angezeigt, bekräftigten die Regierungsvertreter.

(sda)

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