«Japanisch war am schwersten»: St. Galler bringt sich selbst zehn Sprachen bei
Aktualisiert

«Japanisch war am schwersten»St. Galler bringt sich selbst zehn Sprachen bei

Tri aus St.Gallen spricht neun Sprachen. Ende 2017 sollen es zehn sein. Wie der 28-Jährige das anstellt, erklärt er hier.

von
Albina Muhtari

Tris grösste Leidenschaft sind Sprachen: Er beherrscht bereits Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Vietnamesisch, Chinesisch, Japanisch und Koreanisch. Thai ist als nächstes dran.

«Eine Sprache ist nicht nur ein Mittel zur Kommunikation, sie ist ein Schlüssel zu einer anderen Kultur», sagt der 28-jährige Tri, der neben Deutsch und Vietnamesisch auch Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Chinesisch und Japanisch spricht. Vor acht Monaten hat er mit Koreanisch angefangen. Danach möchte er Thai lernen.

Der Erziehungswissenschaftler aus St. Gallen hat seine Leidenschaft für Sprachen schon früh entdeckt: «Viele Menschen lernen Sprachen im Hinblick auf ein Ziel, weil sie zum Beispiel an einem anderen Ort leben wollen. Bei mir steht die Sprache an sich im Fokus. Ich habe einfach Freude daran und wollte schon von klein auf Sprachen unterrichten.»

Zweisprachige Erziehung legte den Grundstein

Schon als Kind wuchs der St. Galler mit vietnamesischen Wurzeln billingue auf. In der Schule und im Gymi kamen neben Deutsch und Vietnamesisch diverse weitere Sprachen hinzu. Chinesisch, Japanisch und Koreanisch brachte sich der 28-Jährige selbst bei. «In einigen Sprachen kann ich mich fliessend unterhalten, bei anderen habe ich genügend Kenntnisse, um Smalltalk führen zu können. Bis Ende Jahr will ich jedoch in allen zehn Sprachen sattelfest sein.» Doch wie geht man vor, wenn man eine Sprache von Grund auf lernen will?

«Viele Leute besuchen zunächst einen Sprachkurs, doch ich mag es, in meinem eigenen Tempo zu lernen.» Früher habe er das «old school» gemacht, das heisst mit Büchern, heute sucht er sich dazu Tandempartner. Diese findet Tri über das Internet oder an der Uni. «Mit den Tandempartnern kann ich relativ schnell in die neue Sprache eintauchen, auch wenn ich noch völlig am Anfang bin. Wörter lernen kann man schnell, doch es ist wichtig, sie auch in einem Kontext verwenden zu können.»

«Ich Japanisch lernen will!»

Am schwierigsten sei es bisher gewesen, Japanisch zu lernen: «Einerseits wegen der beiden Silbenschriften, aber auch wegen der chinesischen Zeichen, die das Japanische im Lauf der Zeit übernommen hat.» Ausserdem sei es ungewohnt, dass im Japanischen das Verb immer am Schluss stehe. «Man sagt beispielsweise nicht ‹Ich will Japanisch lernen›, sondern ‹Ich Japanisch lernen will›. Das kann ganz schön verwirrend sein.»

Pro Tag investiert der Erziehungswissenschaftler mindestens zwei Stunden in sein Hobby. «Da ich Teilzeit arbeite, ist es mir möglich, mir die Zeit gut einzuteilen. Viele Leute sagen, sie hätten keine Zeit, sich mit Sprachen zu beschäftigen. Doch wenn du etwas gern machst, nimmst du dir einfach die Zeit dafür.»

Bis Ende 2017 will Tri in allen zehn Sprachen sattelfest sein. Wie er das anstellen möchte, zeigt er in der Vlogger-Reihe von 20 Minuten. Hier gehts zu seinem Youtube-Channel.

Deine Meinung