Aktualisiert 08.02.2010 19:01

Lohn-DumpingSt. Galler Gewerkschaften protestieren beim Kanton

Rund 30 Gewerkschafter haben am Montagmittag vor dem kantonalen Volkswirtschaftsdepartement gegen Lohn-Dumping protestiert und einen offenen Brief überreicht.

Dass ortsübliche Löhne neuerdings um 20 Prozent unterboten werden dürften, sei skandalös.

Mit Transparenten gaben die Arbeitnehmer-Vertreter ihrer Empörung Ausdruck. Adressat der Kritik ist die «Tripartite Kommission»: In diesem Aufsichtorgan über den Arbeitsmarkt sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Kanton mit je drei Mitgliedern vertreten.

Die Kommission will bei der Kontrolle der ortsüblichen Löhne neu nur noch dann einschreiten, wenn die Löhne um 20 Prozent oder mehr unterschritten werden. Damit ermuntere die Kommission zu Lohn- Dumping, statt es zu verhindern, kritisieren die Gewerkschaften und weitere Organisationen in ihrem Brief.

Wenn der Kanton die neue Praxis gutheisse, verletze er das vom Volk beschlossene System der flankierenden Massnahmen zur Öffnung des Arbeitsmarkts für Personen aus EU-Staaten. Die st. gallischen Löhne kämen so unter Druck, warnen die Gewerkschaften. «Die Folgen wären verheerend.»

Volkswirtschaftsdirektor Josef Keller nahm den Protestbrief persönlich entgegen. Die Regierung werde zum Problem Stellung nehmen, wenn sie einen Vorstoss der SP-Fraktion im Kantonsrat beantworte, sagte Keller. Ihm sei eine rechtmässige Umsetzung der flankierenden Massnahmen wichtig.

(sda)

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