St. Gallen: St. Galler Kripochef wählte Freitod
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St. GallenSt. Galler Kripochef wählte Freitod

Der langjährige St. Galler Kripochef Bruno Fehr hat Suizid begangen. Dies bestätigt der St. Galler Sicherheitsdirektor Fredy Fässler gegenüber der SonntagsZeitung.

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Bruno Fehr an einer Medienkonferenz in St. Gallen über die abschliessenden Ermittlungen im Fall Ylenia. (Bild: Keystone/Regina Kuehne)

Bruno Fehr an einer Medienkonferenz in St. Gallen über die abschliessenden Ermittlungen im Fall Ylenia. (Bild: Keystone/Regina Kuehne)

Die Meldung über den Tod des St. Galler Kripochefs Bruno Fehr löste am Freitag vor einer Woche grosse Betroffenheit und offene Fragen auf. Nun steht fest, dass Fehr freiwillig aus dem Leben schied. Dies geht laut der «SonntagsZeitung» aus einer Mail hervor, die der St. Galler Sicherheitsdirektor Fredy Fässler an die Mitarbeiter der St. Galler Kantonspolizei verschickt hatte.

Im Mail erklärt Fässler, dass die Zusammenarbeit innerhalb der obersten Kapo-Führung seit Jahren «schwierig» gewesen sei. Trotz verschiedener Massnahmen und externer Unterstützung hätten «keine Verbesserungen» herbeigeführt werden können. «Das Vertrauensverhältnis zwischen Bruno Fehr und der gesamten Geschäftsleitung konnte nicht wiederhergestellt werden», so heisst es im Mail. Das Departement habe deshalb nach einer Alternativlösung gesucht.

Fehr hat einen Abschiedsbrief hinterlassen

Gegenüber der «SonntagZeitung» sagte Fässler, er habe Fehr vorgeschlagen, zu ihm ins Generalsekretariat des Justiz- und Polizeidepartements zu wechseln und die verantwortungsvolle Aufgabe des stellvertretenden Generalsekretärs zu übernehmen. Fehr habe das Angebot angenommen, sei aber an der letzten Detailbesprechung vom Freitagmorgen, 7. November, nicht erschienen und «wählte den Freitod», wie es im Mail heisst.

Fässler bestätigt, dass Fehr einen Abschiedsbrief hinterlassen hat. Vom Inhalt habe er allerdings keine Kenntnis. Nach unbestätigten Informationen aus Polizeikreisen soll Fehr darin Kritik an der Situation in der Kantonspolizei geübt haben, wie es in der «SonntagsZeitung» heisst.

Fehr hatte die Kriminalpolizei mehr als 20 Jahre lang geleitet. Schweizweit bekannt wurde er durch grössere Fälle, wie Ylenia und dem St. Galler Lehrermord.

Vorgestern ist der 57-jährige Bruno Fehr im engen Familien- und Freundeskreis beerdigt worden.

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