St. Galler Lehrermord - Täter erneut auf der Flucht

Aktualisiert

St. Galler Lehrermord - Täter erneut auf der Flucht

Der 49-jährige Ded Gecaj, der Anfang 1999 in St. Gallen einen Reallehrer erschossen hat, befindet sich nach einem Gerichtstermin in Kosovo auf der Flucht.

Die St. Galler Staatsanwaltschaft hofft weiter auf seine Auslieferung. Gecaj wurde wegen des Tötungsdelikts Ende 2000 in seiner Heimat zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Das Verfahren gegen ihn in der Schweiz ist aber nach wie vor hängig. Der 49- Jährige ist international zur Verhaftung ausgeschrieben.

Anfang Mai wurde Gecaj in Kosovo verhaftet. Die St. Galler Untersuchungsrichterin Ursula Brasey bestätigte am Donnerstag gegenüber dem Regionaljournal Ostschweiz von Radio DRS einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins «Facts».

Nach einem Gerichtstermin am 5. Mai wurde der Lehrermörder wieder auf freien Fuss gesetzt, mit der Auflage, sich regelmässig bei der örtlichen Polizei zu melden. Gecaj tauchte jedoch unter. Er befindet sich seither auf der Flucht.

Auslieferung möglich

Laut Brasey ist es noch immer das Ziel der St. Galler Staatsanwaltschaft, Gecaj in der Schweiz vor Gericht zu bringen. Dank eines neuen Abkommens zwischen der UNO, unter deren Verwaltung der Kosovo steht, und der Schweiz sei eine Auslieferung Gecajs grundsätzlich möglich.

Die St. Galler Justiz wirft Gecaj vor, im Januar 1999 in St. Gallen einen Reallehrer erschossen zu haben. Zudem soll er seine Tochter sexuell missbraucht und unter schweren Drohungen gezwungen haben, den Lehrer falsch anzuschuldigen.

Gecaj war nach dem Tötungsdelikt geflüchtet. Ende Februar 1999 wurde er in seiner Heimat Kosovo verhaftet. Weil er als jugoslawischer Staatsangehöriger nicht an die Schweiz ausgeliefert werden konnte, musste er sich in Serbien vor Gericht verantworten.

Mildes Urteil

Ein Gericht in Leskovac verurteilte Gecaj im Dezember 2000 zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren. Dem Lehrermörder wurden mildernde Umstände zugesprochen. Nach Ansicht der St. Galler Justizbehörden war dieses Urteil zu mild. 2002 bestätigte das Oberste Gericht Serbiens das Urteil.

(sda)

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