Aktualisiert 15.05.2017 06:14

Klingonisch-Kurs

St. Galler lernen Sprache der Ausserirdischen

In St. Gallen fand am Sonntag der erste Crashkurs für Klingonisch in der Ostschweiz statt. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert.

von
gts

«NuqneH», so begrüsst Kursleiter André Müller (32) die Kursbesucher zum Klingonisch-Crashkurs. Während drei Stunden wird den Interessierten die klingonische Sprache und deren Entstehung vermittelt. Bei Klingonisch handelt es sich um eine Sprache, die 1984 vom Sprachwissenschaftler Marc Okrand für die «Star Trek»-Serie und -Filme entwickelt wurde.

Nicht nur Trekkies

Das Publikum vom Sonntag in der Migros-Klubschule St. Gallen war bunt gemischt: von der Apotheken-Mitarbeiterin über den Marketing-Fachmann bis zum Informatik-Professor, vom «Star Trek»-Fan zum Sprachen-Liebhaber, vom 25- bis zur 61-Jährigen.

Nach einem kurzen Exkurs über Plansprachen, zu denen auch Esperanto gehört, ging es sogleich zu Sache: Kursleiter Müller machte seine Klasse mit der Geschichte und der Grammatik der klingonischen Sprache bekannt.

Robert Winter, Professor für Informatik, war fasziniert: «Eine Sprache zu erfinden ist an sich schon eine schöne Sache, hinter Klingonisch steht aber noch eine Geschichte.» Dies mache die Sprache zu etwas Besonderem. Auch mit Müllers Art der Vermittlung zeigte sich Winter zufrieden.

Kurs mit 20 Lektionen geplant

Online-Marketing-Profi Lukas Haltmeier war ebenfalls angetan vom Gebotenen: «Ich finde es spannend zu sehen, wie Phantasie-Sprachen wirklich gesprochen werden können dank einer einheitlichen Grammatik und Satzstellung.» Ein weiterer Grund für Haltmeier war es, das Universum dahinter kennen zu lernen und Leute zu treffen, die diese Sprache wirklich sprechen.

Beeindruckt zeigte sich Haltmeier auch vom Wissen von Kursleiter André Müller. Dieser ist Doktorand der Sprachwissenschaft an der Uni Zürich. Der gebürtige Leipziger ist einer von geschätzt 200 Menschen weltweit, die fortgeschritten Klingonisch sprechen, also eine Konversation in der Sprache führen können. Daneben spricht er noch rund zehn weitere Sprachen, darunter Esperanto.

Zum Klingonisch-Lehrer wurde Müller durch die Klubschule. «Sie hatten in einer Facebook-Gruppe gefragt, wer die Sprache spricht», so Müller. Darauf habe er sich gemeldet. So war er letzte Woche in Basel und wird nächste Woche einen weiteren Crashkurs in Bern geben. Für September ist dann ein Klingonisch-Sprachkurs mit 20 Lektionen für Anfänger in Zürich geplant.

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