Medienkonferenz - Polizei sichtet Videomaterial, um Chaoten zu identifizieren

MedienkonferenzPolizei sichtet Videomaterial, um Chaoten zu identifizieren

In der Nacht auf Samstag kam es in St. Gallen erneut zu Ausschreitungen mit verletzten Personen und Sachbeschädigungen. Vertreter der Stadt informierten an einer Medienkonferenz.

von
Newsdesk
Medienkonferenz zu den Krawallen

In der Nacht auf Samstag kam es in St. Gallen erneut zu Ausschreitungen mit verletzten Personen und Sachbeschädigungen. Am Samstag informierten die Behörden.

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Samstag, 03.04.2021

Zusammenfassung

Die Krawallnacht in St.Gallen vom Karfreitag hat zu 21 Verhaftungen geführt. Die Polizei und Politik sind sich einig, dass eine Minderheit Gewalt und Zerstörung in der Stadt ausgeübt haben. Diese wird aufs Schärfste kritisiert. Die Schadensumme beläuft sich aktuell auf rund 50'000 Franken.

Der Einsatz der Polizei erachtet der Stadtrat als jederzeit verhältnismässig, die Beamten hätten erst eingegriffen, wenn eine Bedrohung von Verletzungen oder Leben bestand.

Dennoch hat die St.Galler Politik Verständnis für den Unmut der jungen Generation. Stadträtin Sonja Hurni gibt zu bedenken: «Die Pflege von Kontakten braucht keine Gewalt.»

Ende der Medienkonzerenz

Es wurden keine Fragen mehr gestellt, die Medienkonferenz ist beendet. Lesen sie hier in Kürze eine Zusammenfassung.

Herkunft der Täter

16 der 21 Verhafteten waren Schweizer, 5 nicht. 19 davon kamen aus der Ostschweiz. 33 Personen wurden aus der Stadt St. Gallen weggewiesen, (28 Personen für 30 Tage und fünf Personen für 24 Stunden).

Welche Personen waren gewaltätig?

Wir können nicht genau sagen, was für Gruppierungen an den Ausschreitungen beteiligt waren.

Die Fragerunde beginnt

Es dürfen Fragen gestellt werden.

Votum der Stadträtin

«Wir alle hätten uns ein Osterwochenende anders vorgestellt, vor allem auch alle im Einsatz stehenden Einsatzkräfte. Die Gewalttaten, die von einem kleinen Teil der Menge begangen wurden, verurteile ich aufs Schärfste. Der Einsatz der Polizei war verhältnismässig, das ist mir wichtig zu betonen», so die Stadträtin. Sie dankt herzlich allen Einsatzkräften, die so tatkräftig mitgeholfen haben. Sie dankt auch allen, die gestern zu Hause geblieben sind und nicht mitgemacht haben. Gewalt wird verurteilt. Die Pflege von Kontakten braucht keine Gewalt.

Grober Ablauf des Einsatzes

55 Polizisten waren am Roten Platz eingesetzt. Gegen 20:30 wurde es zum ersten Mal laut, erste Petarden wurden gezündet. Es wurden erste Gegenstände gegen die Polizei geworfen. Wir mussten aus Notwehr Gummigeschosse einsetzen. Es wurden weiter Rauchkörper gezündet, die Aggression nahm zu, um 22:20 wurden Polizisten aus Eigenschutz zurückgezogen. Es wurden Velos angezündet, die Feuerwehr löschte mit Schutz der Polizei. Etwa gegen 23:00 wurde Tränengas eingesetzt. Gegen 00:45 ging eine Meldung ein, dass ein Fahrzeug brenne.

Jetzt informieren Hurni und Sartory

Wir wussten, dass es in dieser Nacht zu Krawallen kommen kann, wir hatten die Informationen aus Social-Media und auch von Lifestreams. Wir hatten Unterstützung der Kapo St.Gallen und zusätzlich einen Helikopter der Kantonspolizei Zürich. Wir haben auf präventive Präsenz gesetzt, das gelang eine Zeit lang ganz gut. Der Einsatz lief aus unserer Sicht verhältnismässig. Insgesamt wurden 21 Personen verhaftet, 16 mit Schweizer Nationalität.

33 Personen wurden aus der Stadt weggewiesen. Wir werden in naher Zukunft Bildmaterial auswerten.

St. Gallen ist Zufall

Zum Glück wurden nur wenige Personen verletzt. Die ganze Bevölkerung schätzt die Gewalt überhaupt nicht und verurteilt die Gewalt aufs Gröbste. Es ist Zufall, dass sich die Gewalt in St.Gallen entladen hat. Die Jugendlichen kamen von überall her. Es gilt: Ruhe bewahren, überlegen, dann handeln. St. Gallen und auch keine andere Stadt dürfen Zentren für jugendlliche Gewalt werden.

Zusammenfassung

Maria Pappa führt ein: Danke für Ihres Erscheinen und ihre Geduld. Es war wichtig Zeit zu haben, die Nacht auszuwerten, um differenzierte Aussagen machen zu können. Es war gestern Nacht eine kunterbunte Menge unterwegs. Viele sind den Aufrufen aus Social-Media gefolgt. Viele hatten nicht vor, etwas zu machen, leider gab es auch andere. Wir hatten wenige Chaoten, diese werden zur Rechenschaft gezogen.

Beginn und Begrüssung

Es werden die Medienschaffenden und die Teilnehmenden begrüsst.

Medienkonferenz um 13 Uhr

In der Krawallnacht zum Samstag kam es in St. Gallen erneut zu heftigen Ausschreitungen und Sachbeschädigungen. Die Polizei wurde angegriffen und es gab verletzte Personen. 19 Personen wurden zwecks Abklärung von Straftatbeständen vorläufig festgenommen.

Die Stadtpolizei St. Gallen informiert um 13 Uhr am Samstag zu den Geschehnissen an einer Medienkonferenz.

Teilnehmende:

  • Ralph Hurni, Kommandant, Stadtpolizei St.Gallen

  • Anjan Sartory, Gesamteinsatzleiter, Stadtpolizei St.Gallen

  • Dr. Sonja Lüthi, Stadträtin Soziales und Sicherheit, Stadt St.Gallen

Auseinandersetzungen in der Innenstadt

Krawallnacht von St. Gallen im Überblick

Gewaltbereite Jugendliche haben sich am Freitagabend in St. Gallen mit der Polizei angelegt.

Roter Platz

So sah es am Roten Platz aus.

Weniger Zerstörung als andernorts in St. Gallen.

Baustelle demoliert

Obwohl viele der Jugendlichen, mit denen 20 Minuten gesprochen hat, Gewalt verurteilen, ist es vielerorts zu Zerstörungen gekommen. Auf den Strassen und Plätzen lagen Scherben von Scheiben, Flaschen und Blumentöpfen. Mindestens eine Baustelle wurde demoliert, auch das Tibits am Bahnhof wurde Opfer der Vandalen.

Krawalle in der Nacht

Im Vorfeld des Osterwochenendes war auf Social Media zu Krawallen in St. Gallen aufgerufen worden. Die Behörden hatten dazu aufgerufen, Gewalt zu unterlassen und auf die Krawallnacht zu verzichten. Am Karfreitag zeigte sie ab 19 Uhr Präsenz, ausserdem kreiste ein Helikopter während des ganzen Abends über der Stadt. Auf dem Roten Platz blieb es lange Zeit ruhig, nach 20.30 Uhr begannen sich immer mehr Jugendliche einzufinden.

Zur ersten Eskalation kam es nach 21 Uhr. Zivilpolizisten verhafteten einen der Jugendlichen im Bereich Neugasse aus noch ungeklärten Gründen.