Social Media: St.Gallerfest: Polizei twitterte durch die Nacht
Aktualisiert

Social MediaSt.Gallerfest: Polizei twitterte durch die Nacht

Die Polizei nutzte das St.Gallerfest vom Wochenende als Twitter-Testlauf - und zieht eine positive Bilanz.

von
Tabea Waser
Erneuter Besucherrekord am St.Gallerfest. (Bild: zvg)

Erneuter Besucherrekord am St.Gallerfest. (Bild: zvg)

Seit Kurzem betreibt die Stadtpolizei während den Bürozeiten einen Twitter-Account. Um auf die neue Plattform aufmerksam zu machen, wurde das St.Gallerfest zur polizeilichen Twitter-Übung (20 Minuten berichtete). Benjamin Lütolf, Mediensprecher der Stadtpolizei, vermittelte in der Nacht auf Sonntag während acht Stunden in 27 Tweets Polizeiarbeit live - und ist zufrieden: «Wir konnten einen vielfältigen Blick in die Polizeiarbeit geben und haben gute Rückmeldungen erhalten.» So vermeldete Lütolf etwa um 4:08: «Jugendpolizei hält bei Kontrolle 2 Jugendliche an, die von einem Heim abgängig sind. Werden zurück gebracht.». Die Twitter-Arbeit soll gemäss Lütolf einen Nutzen für Followers und Polizei generieren. Die Leser scheinen zufrieden, so hiess es gestern auf Twitter: «Wir finden eure Tweets super! Interessant zu lesen, was in der Innenstadt so alles abläuft! Gute Sache!».

Professionalität ist wichtig

Für Kommunikationsexperte Marcus Knill ist die Auseinandersetzung mit Social Media unabdingbar und der Twitter-Account der Stadtpolizei St.Gallen ein Musterbeispiel: «Meldungen werden nicht interpretiert. Es werden wertfrei Fakten beschrieben - und das ist enorm wichtig». Für Knill ist es eine gute Möglichkeit, wenn es professionell betrieben wird, «Verständnis für Polizeiarbeit zu wecken und den Dialog zwischen Polizei und Bevölkerung zu fördern».

147 000 kamen – neuer Rekord

Mit rund 147 000 Besuchern, die am Freitag und Samstag in die Stadt strömten, verzeichnete das St.Gallerfest einen neuen Besucherrekord. Entsprechend schwierig gestaltete sich teils das Durchkommen in den Gassen der Innenstadt. Dennoch zieht die Polizei eine positive Bilanz. Öfters Eingreifen musste sie nach Mitternacht wegen alkoholbedingten Streitigkeiten. Insgesamt drei Jugendliche im Alter zwischen 16 und 17 Jahren, die aus Jugendheimen abgehauen waren, konnten aufgegriffen und wieder zurückgeführt werden. 47 Personen wurden durch Sanitäter betreut. Vier Patienten mussten hospitalisiert werden. Lärmklagen wegen zu lauter Musik blieben aus. Der Grenzwert von 93 Dezibel wurde nach ersten Erkenntnissen eingehalten.

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