St. Gotthard: Kleiderladen schnallt den Gürtel enger
Aktualisiert

St. Gotthard: Kleiderladen schnallt den Gürtel enger

Statt auf ein Boulevardcafé setzte das Hotel St. Gotthard an der Bahnhofstrasse auf einen Kleiderladen. Die Rechnung scheint nicht aufzugehen.

Riesengross war die Empörung im vergangenen Jahr, als bekannt wurde, dass am Standort des Boulevardcafés St. Gotthard an der Bahnhofstrasse ein Kleiderladen entsteht. Besitzerin Ljuba Manz versprach sich angesichts der doch geringen Margen im Gastgewerbe davon offenbar mehr Geld.

Nun drohen aber grössere Einbussen, da das Geschäft mit dem Kleiderladen S. Oliver zu scheitern scheint. Denn nach nur gerade einem halben Jahr wird S. Oliver umgestaltet: «Wir haben uns falsch positioniert, deshalb müssen wir unsere Kollektionen anpassen», so ein Mitarbeiter gestern zu 20 Minuten. «An dieser Lage muss man die grosse Masse ansprechen. Wer auf hochwertige Produkte setzt, hat keine Chance.» Auch beim Personal erfolgten Einschnitte: Statt der bisher zwölf Angestellten arbeiten dort nur noch acht.

Für Robert Ober, Präsident der City-Vereinigung, ist klar: «Bei diesen enorm hohen Mietzinsen an der Bahnhofstrasse überrascht es nicht, wenn Läden in Schwierigkeiten geraten.» Ljuba Manz wollte sich dazu nicht äussern.

Daniel Zumoberhaus

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