Solothurn: St.-Ursen-Brandstifter soll verwahrt bleiben
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SolothurnSt.-Ursen-Brandstifter soll verwahrt bleiben

Die Staatsanwaltschaft Solothurn wehrt sich vor Bundesgericht gegen die Freilassung des 66-Jährigen. Dieser wäre am Mittwoch freigekommen.

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ij
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Im Januar 2011 hatte der 66-Jährige in der St.-Ursen-Kathedrale ein Feuer gelegt.

Im Januar 2011 hatte der 66-Jährige in der St.-Ursen-Kathedrale ein Feuer gelegt.

kein Anbieter/Felix Brodmann, newspictures
Am Wahrzeichen von Solothurn entstand ein Sachschaden von 3,5 Millionen Franken.

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Verletzt wurde niemand.

Verletzt wurde niemand.

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Die Solothurner Staatsanwaltschaft zieht das Urteil des Solothurner Obergerichts bezüglich der Aufhebung der Verwahrung für den St.-Ursen-Brandstifter ans Bundesgericht weiter. Eine entsprechende Beschwerde ging am Montag in Lausanne ein.

Der Eingang der Beschwerde wurde von Peter Josi, dem Medienbeauftragen des Bundesgerichts, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda bestätigt. Ob gleichzeitig auch Sicherheitshaft beantragt wurde, konnte Josi nicht sagen.

Die Solothurner Staatsanwaltschaft war wegen eines Feiertages nicht erreichbar. Angesichts der Beschwerde kann aber davon ausgegangen werden, dass die Solothurner Staatsanwaltschaft Interesse daran hat, dass der Mann vorerst noch nicht auf freien Fuss gesetzt wird.

Brandstifter wird am Mittwoch entlassen

Das Solothurner Obergericht hatte letzte Woche entschieden, dass die Verwahrung für den 66-jährigen Mann aufgehoben wird. Er wurde nach dem Urteil am letzten Freitag allerdings noch nicht in die Freiheit entlassen. Dies wird aber am Mittwochabend der Fall sein, wenn bis zu diesem Zeitpunkt Sicherheitshaft nicht beschlossen wurde.

Der Mann hatte am 4. Januar 2011 in der St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn über den Altar und den darunter liegenden Teppich rund 20 Liter Benzin geschüttet. Das dabei entstandene Gemisch aus Luft und Benzin zündete er mit einer Kerze an. Verletzt wurde niemand. Beim Brandanschlag entstand ein Sachschaden von 3,5 Millionen Franken.

Strafe längst abgesessen

Davor hatte der Mann im März 2009 beim Bahnhof Olten-Hammer SO mit einer selber gebauten Metallvorrichtung einen Zug entgleisen lassen wollen. Und im Juli 2010 erschreckte er im Gotthardtunnel mit einer selbst gemachten «Bombenweste» die Zugpassagiere.

Die gegen ihn ausgesprochene unbedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten wegen Brandstiftung, mehrfacher Störung des Bahnverkehrs sowie Drohung und Schreckung der Bevölkerung hat der Mann längst abgesessen. Zuletzt ging es vor dem Amtsgericht Solothurn-Lebern und dem Obergericht Solothurn darum, ob der Mann, wie von der Staatsanwaltschaft beantragt, vorerst verwahrt bleibt. (ij/sda)

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