Aktualisiert 31.03.2011 11:04

Kachelmann-Prozess

Staatsanwälte sagen als Zeugen aus

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann sind die beiden Staatsanwälte vor dem Mannheimer Landgericht als Zeugen befragt worden.

Oberstaatsanwalt Oskar Gattner und Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge leiten die Ermittlungen gegen Kachelmann und vertreten vor Gericht die Anklage. Verteidiger Johann Schwenn will klären, ob sie unzutreffende Protokollnotizen vorlegten oder das angebliche Vergewaltigungsopfer zu Aussagen ermunterten.

In einer ersten Vernehmungsrunde bekräftigte Oltrogge, er habe das mutmassliche Vergewaltigungsopfer bei der Vernehmung nicht zu belastenden Aussagen ermuntert. Vielmehr habe die Staatsanwaltschaft der Nebenklägerin vorgehalten, in einem Punkt die Unwahrheit gesagt zu haben. So habe sie selbst einen angeblich anonymen Brief verfasst. Darin seien konkrete Beispiele für Kachelmanns Untreue dargestellt gewesen.

Dieses Schreiben habe die gekränkte Freundin Kachelmann als Beleg für seine Untreue präsentieren wollen. Das habe die langjährige Geliebte des Moderators eingeräumt, so der Staatsanwalt bei seiner Zeugenvernehmung. Weiterhin, so Oltrogge, habe er sie darauf hingewiesen, dass sie bei weiteren Falschaussagen «in Teufels Küche» kommen könne, also ernste juristische Konsequenzen drohten.

Weitere falsche Aussagen habe sie trotzig und energisch ausgeschlossen. Eine inhaltliche Änderung ihrer Aussage habe sich dementsprechend nicht ergeben.

Die Radiomoderatorin aus Schwetzingen wirft Kachelmann vor, sie in der Nacht zum 9. Februar 2010 nach einem Streit mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-Jährige bestreitet die Vorwürfe und spricht von einer Falschanschuldigung. Wie in den Prozesstagen zuvor hat er auch am 36. Verhandlungstag am Donnerstag bisher geschwiegen. (dapd)

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