Todesfall bei Dreharbeiten – «Am Set war so viel Munition»

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Todesfall bei Dreharbeiten«Am Set war so viel Munition»

Schauspieler Alec Baldwin hat aus Versehen Kamerafrau Halyna Hutchins erschossen. Noch gibt es viele offene Fragen, wie es zum Unglück kommen konnte. Die Staatsanwältin erklärt, worauf sich die Ermittlungen derzeit konzentrieren.

von
Yasmin Rosner
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Hat alles abgesagt und sich zurückgezogen: Alec Baldwin. (Archivbild)

Hat alles abgesagt und sich zurückgezogen: Alec Baldwin. (Archivbild)

AFP/Angela Weiss
Mitglieder der Gewerkschaft International Alliance of Theatrical Stage Employees (IATSE) protestieren für mehr Sicherheit an Filmsets. 

Mitglieder der Gewerkschaft International Alliance of Theatrical Stage Employees (IATSE) protestieren für mehr Sicherheit an Filmsets.

Sam Wasson/Getty Images via AFP
Der Auslöser: Halyna Hutchins ist verstorben, nachdem ein Schuss des Hauptdarstellers Alec Baldwin (63) sie während Dreharbeiten tödlich getroffen hatte.

Der Auslöser: Halyna Hutchins ist verstorben, nachdem ein Schuss des Hauptdarstellers Alec Baldwin (63) sie während Dreharbeiten tödlich getroffen hatte.

Sam Wasson/Getty Images via AFP

Darum gehts

  • Vergangene Woche ereigente sich eine Tragödie am Set von Alec Baldwins neuem Film «Rust».

  • Der Schauspieler erschoss aus Versehen eine Kamerafrau und verletzte den Regisseur.

  • Viele Fragen sind noch offen.

  • Die Staatsanwaltschaft konzentriert sich derzeit darauf, was in der Waffe war und wer dafür verantwortlich ist.

  • Strafanzeigen können nicht ausgeschlossen werden.

Was passierte am Tag des 21. Oktober, als Alec Baldwin am Set seines neuen Films «Rust» einen Schuss abfeuerte und damit aus Versehen Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich verletzte?

Gemäss CNN begann ein Drehtag mit dem Frühstück normalerweise gegen 6.30 Uhr. Doch an diesem Tag sei das Team dem Zeitplan hinterhergehinkt, auch weil kurz vorher ein sechsköpfiges Team die Arbeit hingeschmissen haben soll. Jenes soll sich über die schlechten Arbeitsbedingungen beklagt haben.

Trotz der Verspätung schien an dem Tag alles nach Plan zu verlaufen – bis zu dem Moment, als Baldwin unwissentlich eine geladene Waffe überreicht wurde. «Cold gun», sagte Regieassistent Dave Halls noch zu Baldwin – auch ihm war nicht klar, dass die Waffe geladen war. Das war gegen 14 Uhr.

Regisseur Joel Souza, der neben Hutchins den Dreh über Monitore verfolgte, sagte Ermittlern und Ermittlerinnen, dass er plötzlich etwas gehört habe, was klang wie eine Peitsche. Danach habe es einen lauten Knall gegeben. Souza realisierte, dass Hutchins zu Boden fiel, sich den Bauch hielt und dass an seiner Schulter Blut war.

Strafanzeigen nicht ausgeschlossen

Während sofort Erste-Hilfe-Massnahmen eingeleitet wurden, rief man den Notarzt. «Zwei Menschen wurden aus Versehen von einer Requisitenpistole getroffen. Wir brauchen sofort Hilfe. Der Regisseur und eine Kamerafrau wurden getroffen », lautete der Notruf. Am anderen Ende der Leitung wurde gefragt, ob die Waffe mit einer echten Patrone geladen gewesen sei. «Dazu kann ich nichts sagen.».

Kurze Zeit später waren Ambulanz und Polizei vor Ort. Alec Baldwin wechselte seine Kleider und gab sein blutbeschmiertes Outfit den Beamten und Beamtinnen und versicherte, mit den Behörden zu kooperieren. Er wurde bereits befragt, eine Anklage wurde nicht erhoben.

Laut zuständiger Staatsanwältin würden sich die Ermittlungen derzeit auf die Ballistik konzentrieren. Man wolle herausfinden, welche Patrone abgefeuert wurde und wer sie in die Waffe getan hat. «Am Set war so viel Munition», ergänzt Mary Carmack-Altwies gemäss der «New York Times». Und sie ergänzt: «Der Name Requisitenwaffe ist etwas irreführend. Man könnte meinen, es handle sich dabei nicht um eine echte Waffe. Aber es war eine echte Waffe.» Wie es dazu kam, werde nun untersucht. «Wir schliessen noch gar nichts aus. Auch Strafanzeigen sind nicht vom Tisch», so Mary Carmack-Altwies.

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Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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