07.10.2014 19:10

SchafhausenStaatsanwalt ermittelt gegen Facebook-Gruppe

Die Facebook-Seite «Gegen das Asylzentrum Schafhausen i.E.» wird zum Fall für die Justiz. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren gegen Unbekannt eingeleitet.

von
sda/nc

Die Gründer der Facebook-Seite «Gegen das Asylzentrum Schafhausen i.E.» könnten Ärger bekommen: Gegen sie wird ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Emmental- Oberaargau bestätigte am Dienstag eine entsprechende Meldung von Derbund.ch/Newsnet. Nähere Angaben machte die Staatsanwaltschaft nicht; zur Begründung verwies sie auf das laufende Verfahren. Der «Bund» vermutet, dass Aufrufe zur Gewalt und rassistische Beschimpfungen in den Kommentaren die Justiz auf den Plan rief.

Die anonymen Betreiber der Gruppe betonen auf Facebook, sie lehnten «jede Verantwortung bezüglich der Äusserungen und Wortwahl der Mitglieder ab». Die Betreiber sagten bereits am Montag gegenüber 20 Minuten, dass sie nicht rassistisch seien. «Wir können leider nicht den ganzen Tag lang alle Kommentare lesen und eventuell löschen.» Dass die Seite nun wegen einzelner Personen als rassistisch dargestellt werde, sei ihrer Meinung nach nicht richtig.

Der Kanton mietet das leer stehende Schulhaus in Schafhausen, um 150 Asylsuchende unterzubringen. Die Pläne wurden letzte Woche publik. Am vergangenen Freitagabend demonstrierten rund 170 Personen in dem 300-Seelen-Dorf gegen das Asylzentrum.

Pro-Gruppe angefeindet

Auf Facebook gibt es auch eine Facebook-Gruppe «Pro Asylzentrum Schafhausen - für ein tolerantes Emmental». Das Gründer-Paar will sich damit gegen die Vorverurteilung und Diskriminierung Not leidender Menschen wehren. Doch ihr Engagement wird nicht von allen goutiert: Das Paar wird mit Hass-Nachrichten, Beleidigungen und Drohungen eingedeckt: «Wir werden massiv angefeindet - damit haben wir nicht gerechnet.»

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