Aktualisiert 18.01.2017 14:48

Hanfplantage Altstätten

Staatsanwalt fordert elf Jahre Haft für Dieter M.

Im Prozess um den Überfall auf die Hanfplantage in Altstätten hat der Staatsanwalt am Mittwoch für Dieter M. eine elfjährige Freiheitsstrafe beantragt.

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In Altstätten kam es am 16. Februar 2015 zu einem Überfall, in dessen Verlauf Schüsse fielen.

In Altstätten kam es am 16. Februar 2015 zu einem Überfall, in dessen Verlauf Schüsse fielen.

Kapo SG
Sechs Männer überfielen eine Hanfhalle in Altstätten.

Sechs Männer überfielen eine Hanfhalle in Altstätten.

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Beim Überfall wurden zwei Wächter durch Schrotschüsse schwer verletzt.

Beim Überfall wurden zwei Wächter durch Schrotschüsse schwer verletzt.

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Neben der elfjährigen Freiheitsstrafe soll Dieter M. stationär therapiert werden. Dem Posträuber werden versuchte vorsätzliche Tötung, Raub, Freiheitsberaubung und weitere Delikte vorgeworfen. Er hatte beim Überfall im Februar 2015 mit einer Schrotflinte auf zwei Bewacher der Hanfanlage geschossen. Eines der Opfer wurde lebensgefährlich, das andere ebenfalls schwer verletzt.

Die Behauptung des Angeklagten, er habe nur Gummigeschosse verwenden wollen, liess der Staatsanwalt nicht gelten. Er habe mindestens fünf Schüsse abgegeben, ausschliesslich mit Flintenlaufmunition, wie sie für die Jagd verwendet wird. Eine Verwechslung von Patronen sei höchst unwahrscheinlich.

Schüsse aus kurzer Distanz

Der Angeklagte habe damit rechnen müssen, die Opfer schwer zu verletzen. Aus der kurzen Distanz von vier bis fünf Metern, aus der er schoss, hätten sogar Gummigeschosse lebensgefährlich sein können. Trotz ihrer Verletzungen wurden die beiden Bewacher gefesselt. Danach soll der Hauptangeklagte nochmals geschossen haben.

Dieter M. ist mehrfach vorbestraft. So war er 1997 beim spektakulären Raubüberfall auf die Fraumünster-Post in Zürich dabei. Gemäss einem Gutachten bestehe bei ihm wegen einer Persönlichkeitsstörung grosse Rückfallgefahr, sagte der Staatsanwalt. Er beantragte daher zusätzlich zur Freiheitsstrafe eine stationäre therapeutische Massnahme.

Fünf Mittäter

Für fünf weitere Beteiligte am Überfall in Altstätten forderte der Staatsanwalt Freiheitsstrafen von knapp drei bis zu vier Jahren. All diese Angeklagten sind einschlägig vorbestraft. Sie behaupteten vor Gericht, sie seien überzeugt gewesen, dass ihr bewaffneter Komplize nur Gummigeschosse verwende.

Dies sei glaubwürdig, sagte der Staatsanwalt. Der Hauptangeklagte hatte in der Befragung am Montag klar die Verantwortung für die zwei Verletzten übernommen. Seine Mittäter hätten nichts damit zu tun gehabt.

Als die Täter feststellten, dass einer der Verletzten mit dem Leben rang, brachen sie den Überfall ab. Auf der Flucht riefen sie mit dem Handy eines Opfers die Ambulanz. Der Drogenhanf, den sie stehlen wollten, war laut dem Staatsanwalt mehrere hunderttausend Franken wert.

Das Kreisgericht Rheintal verhandelt den Fall in den Räumen des Kantonsgerichts in St. Gallen. Der Prozess wird kommende Woche fortgesetzt.

(SDA)

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