Aktualisiert 28.02.2014 11:13

Fall Hoeness

Staatsanwalt lehnt Strafmilderung ab

Die Staatsanwaltschaft München lehnt es in ihrer Anklage ab, die Selbstanzeige gegen Uli Hoeness als strafmildernd zu werten. Dem Bayern-Präsidenten droht eine mehrjährige Haftstrafe.

von
ame
Am 10. März beginnt der Prozess gegen Bayern-Präsident Uli Hoeness.

Am 10. März beginnt der Prozess gegen Bayern-Präsident Uli Hoeness.

In rund einer Woche beginnt der Prozess gegen Bayern-Präsident Uli Hoeness und die Kläger wetzen die Messer. Wie «FOCUS Online» berichtet, hält die Staatsanwaltschaft München II die Selbstanzeige von Hoeness in ihrer Anklage für grundsätzlich unwirksam. Grund hierfür sind inhaltliche Fehler in der Anzeige. Laut der Staatsanwaltschaft weise diese grosse Lücken auf, weil detaillierte Gewinn- und Verlustrechnungen fehlen.

Ausserdem lehnt es die Staatsanwaltschaft ab, die Selbstanzeige als strafmildernd zu werten. Die Selbstanzeige ist laut Anklageschrift zu spät und nicht aus «freien Stücken» als Ausdruck «tätiger Reue» eingereicht worden. Weiter sei die Steuerhinterziehung bereits vor Abfassen der Selbstanzeige durch Recherchen eines Redakteurs des Magazins «Stern» entdeckt worden.

Mehrjährige Haftstrafe droht

Der Prozess gegen Hoeness beginnt am 10. März vor dem Landgericht München und wird voraussichtlich vier Tage dauern. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der Bayern-Präsident soll zwischen 2003 und 2009 insgesamt 3,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben.

Die Verteidigung will im Prozess aufgrund der Selbstanzeige auf Freispruch plädieren. Sollte Hoeness verurteilt werden, droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe. Fraglich bleibt, ob eine mögliche Strafe zur Bewährung ausgesetzt würde.

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