Aktualisiert 21.08.2012 18:34

Freundin erstochen:Staatsanwaltschaft fordert 19 Jahre Haft für Daniel F*

Der 50-jährige Daniel F.* erstach vor zwei Jahren seine Freundin und versteckte ihre Leiche tagelang vor den Kindern. Am Dienstag war Prozess-Start.

von
Samuel Hufschmid
Der Tatort auf dem Bruderholz (links), Daniel F. auf dem Weg zur Gerichtsverhandlung.

Der Tatort auf dem Bruderholz (links), Daniel F. auf dem Weg zur Gerichtsverhandlung.

«Hoi Dominique, Mami ist nicht gut drauf und ich weiss nicht, wo sie ist. Wegen einer Geburtstagsüberraschung ist das Schlafzimmer abgeschlossen. Liebe Gruess, Dani».

Diese Zeilen hinterlegte F. dem 16-jährigen Dominique am Morgen des 8. Juli 2010 auf dem Küchentisch. Zu diesem Zeitpunkt lag dessen Mutter bereits tot in ihrem Schlafzimmer, brutal erstochen von F. An den genauen Tathergang mochte sich der geständige Täter (50) am Dienstag vor Gericht nicht erinnern. Er wirkte angespannt, verstrickte sich mehrfach in Widersprüche und fiel dem Gerichtspräsidenten wiederholt ins Wort. «Seit zwei Jahren sitze ich nun schon in Haft und denke darüber nach, wie es zur schrecklichen Tat kommen konnte», so F. Geht es nach der Staatsanwaltschaft, kommen nochmals 17 Jahre dazu. Das geforderte hohe Strafmass von 19 Jahren wird unter anderem damit begründet, dass er nach der Tat die Leiche fünf Tage im Zimmer versteckt hielt. Gleichzeitig kümmerte er sich um die Kinder der Toten, kochte für sie und spielte mit ihnen Puzzle. «Ich habe es nicht über Herz gebracht, den Kindern vom Tod der Mutter zu erzählen», sagte er. Erst als er die Wohnung verliess, entdeckten sie die blutüberströmte Leiche.

Das Urteil wird am Donnerstag verkündet. Die Verteidigung plädiert auf vorsätzliche Tötung.

*Name geändert

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