50'165 Fälle: Staatsanwaltschaft Luzern versinkt in der Arbeit
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50'165 FälleStaatsanwaltschaft Luzern versinkt in der Arbeit

Zahlreiche Fälle sind 2015 mangels Ressourcen liegen geblieben. Dies soll sich bald ändern: Im Juli soll die neue Abteilung für Wirtschaftsdelikte ihre Arbeit aufnehmen.

Der Luzerner Oberstaatsanwalt Daniel Burri.

Der Luzerner Oberstaatsanwalt Daniel Burri.

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Bei der Luzerner Staatsanwaltschaft ist 2015 die Fallbelastung erneut gestiegen. Die Zahl der neu eingegangenen Fälle stieg um 1388 oder 3 Prozent auf 50'165. Im Juli soll die neue Abteilung für Wirtschaftsdelikte in Kriens ihre Arbeit aufnehmen. «Dank der neuen Abteilung werden wir schneller und wirksamer gegen die Wirtschaftskriminalität vorgehen können», sagt Oberstaatsanwalt Daniel Burri.

Die rechtlichen Grundlagen und die Finanzen zur Schaffung der Abteilung seien beschlossen, heisst es in dem am Dienstag veröffentlichen Jahresbericht der Luzerner Staatsanwaltschaft. Die neue Spezialabteilung wird im Einkaufs- und Bürogebäude Schappecenter in Kriens eingerichtet.

Wirtschaftskriminelle im Visier

Ursprünglich hätte die Spezialabteilung mit neun Staatsanwälten bereits im April die Arbeit aufnehmen sollen. Die dreimonatige Verzögerung sei auf die Planungsarbeiten für den Bezug und den Umbau von Räumlichkeiten zurückzuführen, heisst es im Bericht.

Bei den Wirtschaftsdelikten blieb die Situation laut Mitteilung gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert. So registrierte die Staatsanwaltschaft 5338 Vermögensdelikte, was einem Plus von fünf Prozent entspricht. Zahlreiche Fälle sind mangels Ressourcen liegen geblieben.

So viele Fälle wie noch nie

Im vergangenen Jahr knackten die Luzerner Strafverfolgungsbehörden bei den Falleingängen erstmals die 50'000er-Marke. Die Gesamtstatistik zeigt laut Jahresbericht ein ausgeglichenes, eher unauffälliges Bild wie schon im letzten Jahr.

So kam es bei den Übertretungen im Allgemeinen und den Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz im Speziellen (31'546/+15 Prozent) zu einem weiteren Anstieg. Delikte gegen Leib und Leben hingegen wurden weniger verübt, nämlich 881 (-7 Prozent).

Angestiegen hingegen sind die Zahlen bei den Betäubungsmitteldelikten (1665/+13,5 Prozent.) Trotz rückläufiger Entwicklung in den letzten zwei Jahren könne dies nicht als Trendwende gewertet werden, heisst es in der Mitteilung.

Insgesamt konnte die Staatsanwaltschaft mehr Fälle erledigen als auch schon. So stieg die Erledigungsquote von 96 auf 102 Prozent. Die Steigerung erklärt die Staatsanwaltschaft mit organisatorischen Massnahmen. Diese hätten im Bereich des Massengeschäfts wie Übertretungen und Strassenverkehrsverstösse zu Effizienzverbesserungen geführt.

(SDA)

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