Etappensieg für Jolanda Spiess-Hegglin - Staatsanwaltschaft verdonnert Michèle Binswanger zu Geldstrafe und Busse
Publiziert

Etappensieg für Jolanda Spiess-HegglinStaatsanwaltschaft verdonnert Michèle Binswanger zu Geldstrafe und Busse

Die Journalistin Michèle Binswanger verbreitete mit einem Tweet Kritik an der Netzaktivistin Jolanda Spiess-Hegglin. Die Staatsanwaltschaft hat sie nun dafür verurteilt. Der Strafbefehl ist nicht rechtskräftig.

von
Marcel Urech
1 / 4
Laut der Basler Staatsanwaltschaft verbreitete die Journalistin Michèle Binswanger mit einem Tweet «wider besseren Wissens» Unwahrheiten über die Netzaktivistin Jolanda Spiess-Hegglin.

Laut der Basler Staatsanwaltschaft verbreitete die Journalistin Michèle Binswanger mit einem Tweet «wider besseren Wissens» Unwahrheiten über die Netzaktivistin Jolanda Spiess-Hegglin.

Andrea Zahler
Binswanger plant ein Buch über die Vorkommnisse an der Zuger Landammannfeier im Dezember 2014 und damit auch über Spiess-Hegglin (Bild).

Binswanger plant ein Buch über die Vorkommnisse an der Zuger Landammannfeier im Dezember 2014 und damit auch über Spiess-Hegglin (Bild).

Tamedia / Reto Oeschger
Spiess-Hegglin kämpft mit ihrem Verein Netzcourage gegen Sexismus im Internet.

Spiess-Hegglin kämpft mit ihrem Verein Netzcourage gegen Sexismus im Internet.

Tamedia / Reto Oeschger

Darum gehts

  • Michèle Binswanger hat bei der Staatsanwaltschaft gegen Jolanda Spiess-Hegglin den Kürzeren gezogen.

  • Die Staatsanwaltschaft verurteilte die Journalistin zu einer bedingten Geldstrafe von 9000 Franken.

  • Grund dafür ist ein Tweet, in dem Binswanger gemäss Staatsanwaltschaft die Unwahrheit verbreitete.

Die Staatsanwaltschaft Basel hat Michèle Binswanger vom «Tages-Anzeiger» wegen Verleumdung zu einer bedingten Geldstrafe von 9000 Franken verurteilt. Die Journalistin muss zudem eine Busse in der Höhe von 1500 Franken berappen. Grund dafür ist folgender Tweet Binswangers, den sie im Zusammenhang mit ihrem Buchprojekt über die Netzaktivistin Jolanda Spiess-Hegglin verfasste: «Sie entscheidet sich proaktiv, seit 5,5 Jahren öffentlich über den Fall zu sprechen und einen Unschuldigen der Vergewaltigung zu bezichtigen.» Laut der Basler Staatsanwaltschaft verbreitete Binswanger mit diesem Tweet «wider besseren Wissens» die Unwahrheit.

Binswangers Buch soll die Vorkommnisse an der Zuger Landammannfeier im Dezember 2014 aufarbeiten. Spiess-Hegglin konnte die Veröffentlichung bis jetzt verhindern. Der Fall sei aber noch nicht abgeschlossen und liege nun beim Zuger Obergericht, schreibt die «Aargauer Zeitung» (Bezahlartikel).

Tamedia will Urteil anfechten

Spiess-Hegglin hatte bereits vor rund zwei Wochen für Wirbel gesorgt, als sie ein Köpfungs-Meme auf Twitter herzte. Es zeigte die Enthauptung von Ludwig XVI während der französischen Revolution – mit Binswangers Kopf anstelle des königlichen Hauptes. Das Eidgenössische Büro für Gleichstellung rügte Spiess-Hegglin dafür. Ihr Verein Netzcourage muss nun bis Ende August ein Kommunikationskonzept vorlegen und auch das Parlament dürfte sich schon bald mit den Fördergeldern an Netzcourage befassen.

Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ist noch nicht rechtskräftig. Binswanger könnte ihn noch anfechten. Tamedia schreibt in einer Stellungnahme: «Die Basler Staatsanwaltschaft hat gegen die Journalistin Michèle Binswanger einen Strafbefehl erlassen, ohne sie vorgängig anzuhören. Tamedia wird das Urteil anfechten und Beweismittel gegen den Vorwurf der Verleumdung einreichen. Darüber hinaus äussert sich Tamedia aktuell nicht weiter zum Verfahren.»

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

5 Kommentare