Aktualisiert 20.12.2010 08:32

Wikiliebe

Staatsfeind, ledig, sucht...

Julian Assange ist frei – und immer noch zu haben. Kaum zu glauben, dass der Wikileaks-Gründer und Frauenheld früher bei Frauen nicht gut ankam.

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Das Blatt scheint sich gewendet zu haben: Am Donnerstagabend standen Dutzende weibliche Fans des Wikileaks-Frontmanns Julian Assange vor dem Gerichtsgebäude in London und demonstrierten in der klirrenden Kälte für seine Freilassung. Einige trugen Plakate mit der Aufschrift «Ich will Babys mit dir», andere waren aus dem Ausland angereist, um ihrem Helden ihre Unterstützung zu zeigen.

Julian Assange, der Popstar, könnte man meinen. Doch das war nicht immer so. Laut einem Bericht im Klatschblog «Gawker» soll Assange im Jahr 2006 – ein Jahr vor der Gründung von Wikileaks - auf der Webseite OkCupid.com auf Partnersuche gegangen sein. Unter dem Decknamen Harry Harrison präsentierte sich der damals 36-Jährige als ein «ungewöhnlicher Typ, leidenschaftlich, manchmal etwas eigensinnig», der eine «Sirene sucht, für eine Liebesaffäre, Kinder und die eine oder andere kriminelle Verschwörung.»

Der Westen schafft nur «dümmliche Frauen»

Die Dame seines Herzens solle, wenn möglich, aus einem politisch turbulenten Land kommen. Die westliche Kultur schaffe nur «dümmliche Frauen ohne Werte», schrieb er weiter. Fünf Bilder begleiten das Profil, in dem er sich selber als «grosser Mann mit nordischer Erscheinung» beschreibt, der oft «mysteriöse braune Papierbündel» mit sich herumtrage.

Dass er manchmal «merkwürdig» sein konnte, beweist ein E-Mail-Verkehr, den eine gewisse Elizabeth dem Portal «Gawker» nach Veröffentlichung der ersten Meldung zur Verfügung stellte. Zusammen mit den manchmal etwas schrägen Texten, die sie von Assange bekommen hatte, verriet sie Details über ihr kurzes Verhältnis.

Reizvolle Küsse

Elizabeth soll Assange eines Abends im April 2004 kennen gelernt haben. In einer Bar in Melbourne sei die damals 19-Jährige auf den Mann zugegangen, «weil er mit seinen weissen Haaren anders aussah als die anderen.» Er habe sehr ruhig auf sie gewirkt, fast etwas «nerdy». «Ich fand ihn nicht besonders sexy», erzählt sie. Trotzdem habe sie mit ihm geredet, bis die Bar schloss.

Der damals 33-Jährige habe sich angeboten, die junge Frau nach Hause zu begleiten. Auf dem Weg habe er sie geküsst. Beim Abschied hätten sie Mailadressen ausgetauscht. Kurz danach kam Assanges erste Nachricht: «Ich fand deine Begleitung und deine Küsse sehr reizvoll. Zeit für ein Treffen heute Abend?»

Nur ein «kleiner Mistkerl»

Heute weiss Elizabeth nicht mehr, was sie darauf geantwortet hat. Es war jedenfalls eine Absage: «Er gefiel mir nicht so», sagt sie jetzt. Zu ihrer grossen Überraschung, rief Assange bei ihr an. Die junge Frau hatte ihm aber nie ihre Telefonnummer gegeben. «Ich erschrak», erinnert sie sich. Über ihre Abwendung sei der Australier dann gar nicht erfreut gewesen. In der darauffolgende Woche schrieb er ihr sieben Mails, in denen er mal fordernd, mal frech seine Enttäuschung bekundete.

Dass er heute wegen sexueller Nötigung in Schweden vor Gericht gezogen wird, wundert sie wenig. «Offenbar hat sich sein Verhalten in den letzten sechs Jahren kaum gebessert.» Sie betont, sich nie von Assange bedroht gefühlt zu haben. «Er ist kein böser Mensch, einfach ein kleiner Mistkerl.»

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