Staatsmonopol auf Passbilder
Aktualisiert

Staatsmonopol auf Passbilder

Für den neuen biometrischen Pass sind Passfotos aus dem Fotogeschäft oder einem Automaten nicht mehr zugelassen. Gültig sind nur noch die in den staatlichen Erfassungzentren gemachten Aufnahmen.

Mit dieser neuen Regelung erregt Bundesrat Christoph Blocher die Gemüter der Fotohändler, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Über 100 Fachgeschäfte seien ohne die Einnahmen aus den Passfotos gefährdet, sagt der Präsident des Fotohändlerverbandes Heiri Mächler.

Der Bund produziert derzeit in einem Test-Lauf die ersten Exemplare des neuen Passes 06 mit elektronisch gespeicherten Daten. Die definitive Einführung ist auf September geplant. Der Preisüberwacher bedauert den hohen Preis von 250 Franken für das Dokument.

Wenn ab September die ersten Modelle des Passes 06 mit elektronische gespeicherten Daten ausgestellt werden, wird es neu so genannten Erfassungszentren geben. Wer einen Pass 06 benötigt, muss sich nach der Antragstellung bei der Wohnsitzgemeinde in eines dieser Zentren begeben. Dort wird nach bestimmten Kriterien ein Passbild erstellt, das auf dem Chip im Pass abgespeichert wird und als Foto im Ausweis erscheint.

In Bern sowie in der Schweizer Vertretung in Frankfurt wurden mittlerweile ein Test-Erfassungszentrum eingerichtet, wie das Bundesamt für Polizei (fedpol) am Dienstag mitteilte. Dort werden von 160 Freiwilligen unterschiedlichen Alters und Aussehens Test-Pässe produziert. Damit sollen die Systeme und Arbeitsabläufe einem Praxistest unterzogen werden.

Der Pass 06 wird ab September 2006 parallel zum weiterhin aktuellen Pass 03 ausgestellt. Das neue Dokument benötigt nur, wer nach dem kommenden 26. Oktober ohne Visum in die USA reisen will und keinen Pass vom aktuellen Modell 03 besitzt, der vor diesem Datum ausgestellt wurde. Der Bundesrat empfiehlt daher allen Schweizer und Schweizerinnen, den Pass 03 jetzt noch zu bestellen. Dies insbesondere deshalb, weil das neue Modell 06 mit 250 Franken mehr als das Doppelte kostet wie das bisherige.

Der Preisüberwacher äusserte sein Bedauern über die hohe Gebühr. Er habe im bundesinternen Konsultationsverfahren einen deutlich tieferen Preis beantragt, sich aber leider nicht durchsetzen können, hiess es in einer Mitteilung. Der Preisüberwacher wies aber darauf hin, dass die Kosten des neuen Dokumentes für die flächendeckende Einführung in fünf Jahren neu kalkuliert werden sollen.

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