Aktualisiert 29.09.2019 17:03

«F*** the Pope»Stadionverbot für Fans wegen Papstbeleidigung

Am Donnerstag spielt YB in Bern gegen die Glasgow Rangers. Die Fans der Rangers wurden vom eigenen Club mit einer Auswärtssperre bestraft. Grund dafür ist ein umstrittenes Fanlied.

von
rc
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Die Rangers haben ihre eigenen Fans zu einer Auswärtssperre gegen YB und Porto verdonnert.

Die Rangers haben ihre eigenen Fans zu einer Auswärtssperre gegen YB und Porto verdonnert.

AP/Scott Heppell
Grund dafür waren politische Gesänge, die von den eigenen Fans während der Europa-League-Play-Offs gegen Legia Warschau gesungen wurden.

Grund dafür waren politische Gesänge, die von den eigenen Fans während der Europa-League-Play-Offs gegen Legia Warschau gesungen wurden.

epa/Robert Perry
Unter den Fans der Ranger sorgen die Fangesänge für Gesprächsstoff. Während die einen die unbelehrbaren Fans am liebsten aus dem Stadion verbannen würden, spielen andere die Gesänge herunter.

Unter den Fans der Ranger sorgen die Fangesänge für Gesprächsstoff. Während die einen die unbelehrbaren Fans am liebsten aus dem Stadion verbannen würden, spielen andere die Gesänge herunter.

epa/Brian Stewart

Die Young Boys treffen am Donnerstag, im zweiten Duell der Europa-League, auf die Glasgow Rangers. Ein weltbekannter Club mit einer einzigartigen Geschichte und fanatischen Fans.

Diese werden am Donnerstag wohl nur in begrenzter Zahl nach Bern reisen: Die Rangers haben nämlich ihre eigenen Fans zu einer Auswärtssperre gegen YB und Porto verdonnert. Grund dafür waren politische Gesänge, die von den eigenen Fans während der Europa-League-Play-Offs gegen Legia Warschau angestimmt wurden. In besagtem Lied beleidigten die Rangers-Fans den Papst auf primitive Weise («F*** the Pope»). Auch die IRA, eine paramilitärische Organisation Irlands und deshalb eine Art Feindbild der Anhänger, wurde in den Chorgesängen beleidigt.

Unendliche Feindschaft

Die Stadt Glasgow ist sportlich wie politisch gespalten. Während die Anhänger der Glasgow Rangers bekennende Protestanten sind, haben die Fans von Celtic Glasgow oftmals irische Wurzeln und sind so zu einem Grossteil Katholiken. Die religiöse Identität der Vereine ist dabei so gross, dass die Rangers bis im Jahr 1989 keine katholischen Spieler verpflichteten. Das Derby der Rangers gegen Celtic Glasgow gehört bis heute weltweit zu den erbittertesten Feindschaften in der Sportwelt und sorgt immer wieder für Schlagzeilen.

Unbelehrbare Fans

Seit mehreren Jahren kämpfen die beiden Vereine aus Glasgow nun darum, von dieser politischen Prägung loszukommen. Beide Clubs führen Kampagnen und strafen unbelehrbare Fans mit Stadionverbot.

Trotzdem bleiben politische Parolen und Gesänge in den Stadien präsent, weswegen die Rangers nun ihre eignen Fans mit zwei Auswärtssperren für Bern und Porto bestrafen. Diese Strafen erfolgten auf Druck der UEFA, welche die Gesänge als rassistisch einstufte und den Club deswegen schon mehrmals sanktionierte. «Personen, die weiterhin beleidigende Gesänge anstimmen, müssen wissen, dass sie damit den Spielern, dem Staff und den Fans der Rangers schaden», schreibt der Club in einem Statement.

Diskussionen unter Fans

Unter den Fans der Ranger sorgen die Fangesänge für Gesprächsstoff. Während die einen die unbelehrbaren Fans am liebsten aus dem Stadion verbannen würden, spielen andere die Gesänge herunter. «Kommt schon, tut nicht so, als hättet ihr im Ibrox-Stadion noch nie ein konfessionelles Lied mitgesungen», schreibt ein Fan auf Facebook. Ein anderer entgegnet: «Das sind keine Fans. Ansonsten würden sie Lieder über die Rangers singen und nicht über Hass und Gewalt». Trotz der Auswärtssperre der Rangers kann man davon ausgehen, dass einige Anhänger den Weg ins Stade de Suisse auf sich nehmen werden.

Dieser Fan-Gesang der Rangers führte zur Auswärtssperre

When i was young,

I had no sense!

I bought a flute,

for 50 Pence!

The only tune,

that i could play,

was f*** the pope,

and the IRA!

Als ich jung war,

hatte ich keine Ahnung!

Ich kaufte mir eine Flöte,

für 50 Cents!

Das einzige Lied,

dass ich spielen konnte,

war f*** den Papst

und die IRA!

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