Dank Doppelstöckern: Stadler Rail schafft 300 neue Arbeitsplätze
Aktualisiert

Dank DoppelstöckernStadler Rail schafft 300 neue Arbeitsplätze

Stadler Rail baut sein Werk in Altenrhein SG zum Kompetenzzentrum für Doppelstockzüge aus. Grundlage dafür ist ein Milliardenauftrag der SBB.

Stadler-Chef Peter Spuhler sprach beim Spatenstich für die neue Werkhalle in Altenrhein am Mittwoch von einem «strategisch wichtigen» Auftrag. Bis 2015 liefert der Ostschweizer Schienenfahrzeug-Hersteller den SBB 50 Doppelstockzüge für die Zürcher S-Bahn.

Bereits gebe es Anfragen aus anderen Märkten für Doppelstockzüge, sagte Spuhler. Anfang 2009 planten die SBB eine weitere Ausschreibung von Doppelstöckern, diesmal für den Fernverkehr. Stadler Rail wolle in diesem Segment noch stärker Fuss fassen.

Bisher war das Unternehmen vor allem mit dem Regionalzug «Flirt», Niederflur-Gelenktriebwagen und Strassenbahnen erfolgreich. Über 500 Flirt-Triebzüge seien bisher verkauft worden, sagte der Stadler-CEO und -Mehrheitsaktionär.

45-Millionen-Investition

In Altenrhein investiert das Unternehmen 45 Millionen Franken. Für die Herstellung von Kastenkomponenten für die Doppelstock-Züge ist eine neue Werkhalle nötig, wie Hans Kubat, CEO von Stadler Altenrhein, sagte. Der Personalbestand soll von heute 400 auf 700 erhöht werden und sich langfristig bei 600 einpendeln.

Am Mittwoch wurde mit dem «Nageln» von 750 Betonpfählen begonnen, auf die die 136 Meter lange neue Werkhalle zu stehen kommt. Bereits im kommenden Frühling soll hier die Produktion aufgenommen werden. Unter anderem wird eine Grossfräsmaschine von 40 Metern Länge installiert.

Die nötigen Fachleute - Schweisser, Schlosser, Schreiner, Elektriker, Polymechaniker - liessen sich laut Spuhler und Kubat zum Teil nur im Ausland rekrutieren. Mit Personal aus der Region könnten die Stellen nicht alle besetzt werden.

Langfristige Impulse

Der Leiter des kantonalen Amts für Wirtschaft in St. Gallen, Remo Daguati, freute sich über den Ausbau in Altenrhein. Er sprach von «wichtigen und langfristigen Impulsen» für die Rollmaterial- Industrie und ihre Zulieferer im Wirtschaftsraum Ostschweiz.

Hocherfreut zeigte sich auch Gemeindepräsident Robert Raths. Der Tag werde in die Geschichte des Industriestandorts Altenrhein eingehen. Stadler Rail sei der grösste Arbeitgeber in der Gemeinde Thal, zu der Altenrhein gehört.

(sda)

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