Nein zu Flusszugang: Stadt befürchtet mehr Unfälle wegen Flussbadenden
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Nein zu FlusszugangStadt befürchtet mehr Unfälle wegen Flussbadenden

Der Geissmattpark sollte mit mehr Sitzflächen und einem Flusszugang attraktiver werden. Wegen Sicherheitsbedenken sagt die Stadt Nein. Das stösst bei der Juso auf Unverständnis.

von
Michelle Muff
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Wo jetzt eine Mauer steht, hätte ein Zustieg ins Wasser gebaut werden sollen: Beim Geissmattpark sollte ein attraktiver Freiraum mit Wasserzugang gebaut werden, so die Forderung der Juso Luzern. 

Wo jetzt eine Mauer steht, hätte ein Zustieg ins Wasser gebaut werden sollen: Beim Geissmattpark sollte ein attraktiver Freiraum mit Wasserzugang gebaut werden, so die Forderung der Juso Luzern. 

20 Minuten: Matthias Giordano
Doch der Wassereinstieg wurde von der Stadt Luzern nicht bewilligt: So kommt ein Sicherheitsgutachten zum Schluss, dass die Verhältnisse für einen Wasserzustieg ungeeignet sind und eine Badetreppe nicht weiter geprüft werden soll. Bild: 20 Minuten Matthias Giordano

Doch der Wassereinstieg wurde von der Stadt Luzern nicht bewilligt: So kommt ein Sicherheitsgutachten zum Schluss, dass die Verhältnisse für einen Wasserzustieg ungeeignet sind und eine Badetreppe nicht weiter geprüft werden soll. Bild: 20 Minuten Matthias Giordano

20 Minuten: Matthias Giordano
«Verschiedene Faktoren erschweren einen Zustieg, so zum Beispiel die starke Strömung bei hohem und mittlerem Wasserstand, die nahen Brückenpfeiler der Eisenbahnbrücke und deren Betonsockel sowie Gesteinsblöcke unter der Wasseroberfläche, die für erhebliche Verletzungsgefahr sorgen», sagt Valentin Brändle, Co-Projektleiter Stadtgrün Luzern, auf Anfrage. 

«Verschiedene Faktoren erschweren einen Zustieg, so zum Beispiel die starke Strömung bei hohem und mittlerem Wasserstand, die nahen Brückenpfeiler der Eisenbahnbrücke und deren Betonsockel sowie Gesteinsblöcke unter der Wasseroberfläche, die für erhebliche Verletzungsgefahr sorgen», sagt Valentin Brändle, Co-Projektleiter Stadtgrün Luzern, auf Anfrage. 

20 Minuten: Matthias Giordano

Darum gehts

Parkplätze, Entsorgungsstellen und das Fehlen eines Flusszugangs: Der Geissmattpark am Reussufer in Luzern lädt trotz seines zentralen Standortes nicht zum Verweilen ein. Das soll sich nun ändern: «Der Park soll zu einem attraktiven Freiraum an der Reuss entwickelt werden», hält die Luzerner Stadtraumstrategie fest. Dazu wurden bereits verschiedene politische Vorstösse eingereicht. So fordert etwa die Juso mit der «Reuss Oase»-Initative, dass das Reussufer zwischen Spreuerbrücke zum Nordpol naturnah gestaltet wird. Und auch ein Postulat der GLP wünscht sich einen direkten Flusszugang beim Geissmattpark. «Das Wasser soll erlebbar und zugänglich gemacht werden», steht im Postulat. Das sei auch ein Wunsch der Bewohner aus dem angrenzenden Quartier.

Dieser Traum ist nun aber geplatzt: So kommt ein Sicherheitsgutachten, das von der Stadt Luzern in Auftrag gegeben wurde, zum Schluss, dass die Verhältnisse für einen Wasserzustieg ungeeignet sind und eine Badetreppe nicht weiter geprüft werden soll. «Verschiedene Faktoren erschweren einen Zustieg, so zum Beispiel die starke Strömung bei hohem und mittlerem Wasserstand, die nahen Brückenpfeiler der Eisenbahnbrücke und deren Betonsockel sowie Gesteinsblöcke unter der Wasseroberfläche, die für erhebliche Verletzungsgefahr sorgen könnten», sagt Valentin Brändle, Co-Projektleiter Stadtgrün Luzern, auf Anfrage.

Ein Badezustieg sei schlecht für die Biodiversität

Ein neuer Zustieg am Geissmattpark würde sich, je nach Ausgestaltung, zudem negativ auf den heutigen Baumbestand, die Biodiversität und die Strömungsverhältnisse im Wasser auswirken, so Brändle. «Da im Quartier der Wunsch nach einem sicheren Zustieg gross ist, wird stattdessen flussabwärts, im nahen Umfeld des Geissmattparks, die Optimierung eines bereits bestehenden Zustiegs geprüft.» Hierbei werden in enger Zusammenarbeit mit kantonalen Stellen, der Korporation Luzern und der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG Lösungen erarbeitet, welche Sicherheitsstandards sowie gewässerbiologische Anforderungen berücksichtigen und optimieren. Brändle: «Die Pläne sind zurzeit in Arbeit.»

Juso zeigt Unverständnis

Bei der Juso stösst diese Absage dennoch auf Unverständnis: «Die Begründung der Absage mit Steinen und der Strömung kann auf die gesamte Reuss angewendet werden, womit Zugänge grundsätzlich zu gefährlich seien. Eine hundertprozentige Sicherheit kann nie garantiert werden – es soll auch in eigener Verantwortung liegen, wo man sich abkühlen möchte», schreibt die Juso in einer Mitteilung weiter.

Ausserdem werde die Stelle bei der Geissmattbrücke auch schon länger fürs Bungeesurfing genutzt und von Schwimmenden durchquert: «Dass es dort nun zu gefährlich sei für eine abgetreppte Fläche, verwundert», sagt Léon Schulthess, Co-Präsident der JUSO Luzern und Verantwortlicher der «Reuss Oase»-Initiative. Diese Entwicklung zeige einmal mehr, dass die Stadt Luzern nicht gewillt sei, spielerisch mit dem vorhandenen Raum umzugehen und auf die bequemste Lösung setze, so Schulthess.

«In einem gewissen Sinne können wir die Verwunderung der Juso nachvollziehen», sagt Brändle, Co-Projektleiter Stadtgrün Luzern. Schwimmen und Surfen bei der Geissmattbrücke erfolge ohne Einstieg jedoch auf eigene Gefahr: «Sobald die Stadt Luzern einen offiziellen Zustieg zum Wasser erstellt, steigt der Nutzungsdruck und die Gefahr von Unfällen.»  

«Wer im Fluss schwimmen geht, sollte nur die offiziellen Einstiege nutzen»

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