Aktualisiert 23.08.2005 14:03

Stadt Bern: Situation unter Kontrolle, keine Entwarnung

Die Hochwassersituation in der Stadt Bern ist unter Kontrolle. Entwarnung kann aber keine gegeben werden.

Seit 9 Uhr werden die Rettungskräfte vom Militär unterstützt. Zur Evakuierung stehen nun drei - und nicht mehr bloss ein - Boot zur Verfügung.

Am Montagabend konnten die Leute aus dem überfluteten Berner Mattequartier nur noch gerade mit einem einzigen Boot herausgeholt werden. Mit dem Eintreffen eines 15O Mann starken Militärdetachements sind nun auch zwei zusätzliche leistungsstarke Boote im Einsatz.

Bisher wurden 240 Personen evakuiert. Die Personenrettung dauert aber noch an, wie an einer Medienkonferenz der Berner Behörden vom Dienstagnachmittag gesagt wurde. Es befinden sich aber noch eine ganze Reihe Personen in der Matte, die ohne Strom, ohne Warmwasser freiwillig in ihren Häusern ausharren will.

Um 6 Uhr früh erreichte die Aare mit einer Fliessgeschwindigkeit von 603 Kubikmetern Wasser/Sekunde einen Höchststand. Derzeit hat sich diese mit 593 Kubikmetern/sec auf hohem Niveau stabilisiert. Wegen der hohen Pegel des Thuner- und Brienzersees könne aber keine Entwarnung gegeben werden, sagte Gemeinderätin Barbara Hayoz.

Finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt

Das Ausmass der Schäden könne zum heutigen Zeitpunkt nicht abgeschätzt werden, er sei aber auf jeden Fall «beträchtlich», sagte Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Derzeit würden verschiedenen Informationen zusammengetragen, damit der Gemeinderat bereits am Mittwoch finanzielle Sofortmassnahmen beschliessen könne.

Tschäppät machte aber auch seinem Ärger über den Kanton Luft, der die Gemeinden in Sachen Hochwasserschutz in den vergangenen Jahren hängen gelassen habe: Mit den Massnahmen des Hochwasserschutzes müsse endlich vorwärts gemacht werden.

Als Beispiel nannte er jahrelange Diskussionen, die sich darum drehen, ob der Schutz von Fisch-Laichplätze höher zu gewichten sei als nötige Ausbaggerungen oder Ufererweiterungen.

(sda)

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