Aktualisiert 31.10.2014 13:27

Cannabis-ClubsStadt Bern startet Projekt für legales Kiffen

Jetzt gilts ernst: Der Berner Gemeinderat hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die ein Pilotprojekt zum regulierten Konsum von Cannabis erarbeiten soll.

von
Nora Camenisch
Die Stadt Bern hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die prüfen soll, wie Cannabis Social Clubs umgesetzt werden können.

Die Stadt Bern hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die prüfen soll, wie Cannabis Social Clubs umgesetzt werden können.

In der Bundesstadt könnte es bald sogenannte Cannabis Social Clubs geben. Der Gemeinderat der Stadt Bern hat eine Arbeitsgruppe gegründet, die prüfen soll, wie Hanfprodukte legal abgegeben werden können. «Mir geht es sicher nicht darum, den Konsum zu fördern», hält Gemeinderätin Franziska Teuscher fest, «aber dass konsumiert wird ist eine Tatsache.» In der Schweiz würden rund 400'000 Leute kiffen.

Qualität des Stoffes soll kontrolliert werden

Deshalb ist für die Berner Sozialdirektorin klar: «Prävention muss auch in solchen Clubs an erster Stelle stehen.» Teuscher ist überzeugt, dass mit den Cannabis-Clubs der Jugendschutz besser durchgesetzt und die Qualität des Stoffes überprüft werden kann. Untersucht werden soll in der Arbeitsgruppe deshalb unter anderem, ob auch eine Beratungsstelle eingerichtet werden kann.

Wo der Cannabis-Club dereinst stehen und ob er einem bestehenden Angebot angeschlossen oder eine neue Institution gegründet werden soll, wird nun ebenfalls geprüft. Teuscher geht davon aus, dass Ende 2015 das Pilotprojekt für die Stadt Bern vorliegen wird. «Wir arbeiten eng mit den Städten Basel, Zürich und Genf zusammen. Auch sie arbeiten nun Pilotprojekte aus. Wichtig ist, dass die Städte gegenüber dem Bund koordiniert vorgehen.»

BAG kritisch

Ob der Bund die Projekte allerdings durchwinkt, ist fraglich. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) liess im August durchblicken, dass Cannabis-Clubs nicht mit dem Betäubungsmittelgesetz vereinbar seien. Teuscher: «Uns ist klar, dass der Spielraum mit dem aktuellen Gesetz eng ist. Wir werden schauen, wie wir diesen gezielt nutzen können, damit das Pilotprojekt auch durchgeführt werden kann.»

Bedenken hat auch Grossrat Ruedi Löffel: «Es erstaunt mich, dass sich die Stadt Bern über die Aussage des BAG hinwegsetzt.» Der EVP-Politiker ärgert sich zudem über fehlende Prävention. «Die Stadt spricht von Jugendschutz. Wie dies passieren soll, davon redet aber niemand.»

«Extrem naiv»

Zudem sei es eine Illusion, dass dadurch der Schwarzmarkt verschwinden werde. «Die Jugendlichen werden sich den Stoff weiterhin illegal beschaffen. Müssen die Cannabis-Club-Kunden ihre Joints zudem nicht in einem Lokal konsumieren, gerät der Stoff wieder auf die Strasse», so Löffel. «Das ist extrem naiv und ziemlich problematisch.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.