Bern: Stadt Bern steigt aus der Atomenergie aus
Aktualisiert

BernStadt Bern steigt aus der Atomenergie aus

Die Berner haben sich letzten Sonntag für den Gegenvorschlag des Stadtrats und Gemeinderats zur Energie-Initiative entschieden.

Das ist ganz im Sinne der ewb, der Energie Wasser Bern. Einer strahlenfreien Zukunft in ihrer Region können die Berneraber dennoch nicht gewiss sein. Bereits am 13. Februar 2011 stimmt der Kanton Bern über den Bau eines zweiten AKWs in der Berner Nachbarsgemeinde Mühleberg ab.

Städtische Bevölkerung entscheidet pragmatisch

Anders als auf eidgenössischer Ebene scheint die Bevölkerung Gegenvorschläge, die von den kommunalen Behörden als moderate Alternativen zu den Initiativen ausgearbeitet werden, klar zu bevorzugen. Sowohl die Städte St. Gallen (58,6%) wie Bern (60.6%) bestätigten letzten Sonntag den von Regierung und Parlament vorgezeichneten energiepolitischen Weg und sprachen so der herrschenden «Classe Politique» ihr Vertrauen aus.

Doch auch die ExponentInnen des Initiativkomitees «EnergieWendeBern», deren Initiativbegehren sich von den Vorlagen der Regierungen im Wesentlichen durch die zeitlichen Fristen und die finanzielle Machbarkeit unterschieden, votierten mehrheitlich auch für den Gegenvorschlag. Die Online-Plattform politnetz.ch, die im Vorfeld Pro- und Contra-Argumente der Politiker gesammelt hat, zeigt, dass in Bern die links-grüne politische Elite eine Parole sowohl zugunsten der Initiative als auch zum Gegenvorschlag verabschiedet hat. Dies, weil beide Vorlagen im Grundsatz dasselbe Ziel verfolgten: den Ausstieg aus der Atomenergie hin zur Produktion erneuerbarer Energien.

Der Kampf um den Atomstrom geht kantonal weiter

Trotz des klaren Verdikts für eine neue Energiepolitik, ist es noch unsicher, ob die Berner Stimmbevölkerung in ihrer näheren Umgebung von einem AKW verschont bleiben wird. Bereits am 13. Februar entscheidet man im Kanton Bern über den Bau von Mühleberg II, einem zweiten AKW direkt in der Nachbargemeinde.

Bei dieser Abstimmung dürften die AtomkraftgegnerInnen im bürgerlich dominierten Kanton kein leichtes Spiel haben. Doch Grossrat Josef Jenni (EVP, Oberburg), Inhaber der Jenny Energietechnik AG für Solarwerke und Mitglied des Komitees «Aber sicher!», ist zuversichtlich: «Wir können den Beweis antreten, dass der Energiebedarf im Bereich erneuerbarer Energien mit den richtigen Alternativen gedeckt werden kann.» Obwohl es sich bei dieser Abstimmung lediglich um eine Stellungnahme für das Rahmenbewilligungsgesuch zuhanden der Bundesbehörden handelt, werde die Entscheidung am 13. Februar «wegweisend» sein. «Das positive Signal aus der Stadt Bern beweist, dass die Bevölkerung sichere Techniken in der Energieversorgung bevorzugt», meint Jenni.

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