Stadt Bern stellt sich gegen anonyme Bewerbungen
Aktualisiert

Stadt Bern stellt sich gegen anonyme Bewerbungen

Ausländische Jugendliche dürften bei der Jobsuche weiterhin Schwierigkeiten haben: Nach dem Kanton erteilt auch die Stadt Bern anonymisierten Bewerbungen eine Abfuhr.

«Ich bin enttäuscht, dass unser Vorschlag abgelehnt wurde», sagt Myriam Duc, Stadträtin des Grünen Bündnisses. Bereits Anfang Jahr hatte der Kanton die Idee von anonymisierten Bewerbungen abgeblockt – nun sagt auch die Berner Stadtregierung Nein zu einem entsprechenden Pilotprojekt. «Und dies, obwohl der Gemeinderat zugibt, dass es auf dem Arbeitsmarkt Diskriminierungen gibt», so Duc. Eine Anonymisierung würde Angaben zu Herkunft, Alter und Geschlecht aus den Bewerbungen löschen.

Ihr Nein begründet die Stadtregierung mit dem Aufwand, den der Versuch mit sich bringen würde. «Gleiche Chancen für alle sollten die Mehrarbeit doch rechtfertigen», kontert Duc. Hiesige Berufsberater hätten das Projekt begrüsst: «So bekämen auch Menschen, deren Namen mit -ic enden, die Chance zum Gespräch», sagt Silvia Fürer. Ob dieses dann fairer verlaufen würde, sei aber zweifelhaft.

Nina Jecker

Deine Meinung