SVP tobt : Stadt Bern erlässt Uni für Klima-Kunstprojekt 42’000 Franken Gebühren

Publiziert

SVP tobt Stadt Bern erlässt Uni für Klima-Kunstprojekt 42’000 Franken Gebühren

Für das Uni-Kunstprojekt «Flooded Cars», das auf den Klimawandel aufmerksam machen soll, erlässt die Stadt Bern Gebühren in Höhe von 42’000 Franken. Die SVP kocht, die GFL findets sinnvoll. 

1 / 3
Begrünte Autowracks: Das Kunstprojekt «Flooded Cars» will für den Klimawandel und mögliche Massnahmen dagegen sensibilisieren.

Begrünte Autowracks: Das Kunstprojekt «Flooded Cars» will für den Klimawandel und mögliche Massnahmen dagegen sensibilisieren.

Beat Mathys / Tamedia AG
Organisiert und finanziert wurde das Projekt vom Geografischen Institut der Universität Bern.  

Organisiert und finanziert wurde das Projekt vom Geografischen Institut der Universität Bern.  

Beat Mathys / Tamedia AG
Aber auch die Stadt lässt sich die zu Blumenbeeten umfunktionierten Autos indirekt etwas kosten: Sie verzichtet auf die anfallenden städtischen Gebühren in Höhe von 42’000 Franken.

Aber auch die Stadt lässt sich die zu Blumenbeeten umfunktionierten Autos indirekt etwas kosten: Sie verzichtet auf die anfallenden städtischen Gebühren in Höhe von 42’000 Franken.

Beat Mathys / Tamedia AG

Darum gehts

  • Im Rahmen des Kunstprojekts «Flooded Cars» werden in Bern derzeit besprayte und mit Pflanzen beladene Autowracks gezeigt. 

  • Die anfallenden städtischen Gebühren von insgesamt 42’000 Franken wurden der Initiantin des Projekts, der Uni Bern, erlassen. 

  • Der SVP stösst dies sauer auf. 

Ein wenig erinnern sie an die Hornbach-Werbung, in der vernachlässigte Gewächse das Auto ihres Besitzers kapern und danach die halbe Stadt verwüsten: die bunt bemalten und bepflanzten Autowracks, die aktuell am Bubenbergplatz und in den blauen Zonen in den Quartieren der Stadt Bern stehen. Anders als die Baumarktkette will die Universität Bern mit ihrem Kunstprojekt «Flooded Cars» aber nicht zur Pflege des heimischen Gartens anregen, sondern die Betrachtenden über mögliche Klimaschutz-Massnahmen nachdenken lassen. Entbehrliche Parkplätze, so die Botschaft, könnten auch für mehr Grün genutzt werden. 

«Steuergelder vernichtet»

Zwar wurden die Kunstinstallationen vom Geografischen Institut der Uni Bern organisiert und finanziert. Aber auch die Stadt lässt sich die zu Blumenbeeten umfunktionierten Fahrzeuge indirekt etwas kosten: Sie verzichtet auf die anfallenden städtischen Gebühren in Höhe von 42’000 Franken, wie aus der Antwort auf eine kleine Anfrage der SVP-Fraktion hervorgeht. Parkgebühren und Abgaben für die Nutzung des öffentlichen Grundes werden der Uni also erlassen. 

Dies stösst der SVP sauer auf: Während die Uni bei ihrem Kunstprojekt von einer grosszügigen Gebührenbefreiung profitiere, zeige sich die Stadt in anderen Bereichen knausrig, kritisiert Grossrat Alexander Feuz. So weigere sie sich beispielsweise aus Spargründen, die vergünstigten Abendeintritte im KaWeDe-Schwimmbad wieder einzuführen. «Flooded Cars» sei «ein typisches Beispiel, wie die Stadt Bern ihre Steuergelder vernichtet», sagt Feuz. 

«Gratis-Kampagne fürs Stadtklima»

Tanja Miljianović von der Grünen Freien Liste (GFL) widerspricht. Die Stadt Bern habe bereits verschiedentlich vom Geografischen Institut profitieren können – und das bei «minimalem Kostenaufwand». So betreibe etwa die Gruppe für Klimatologie in der ganzen Stadt verteilt rund 80 Messstationen, mit denen zwischen Mai und September der Hitzeinseleffekt untersucht werde und die wertvolle Daten im Hinblick auf das Stadtklima liefern würden. Auch beim «Flooded Cars»-Projekt falle der Return on Investment für die Stadt äusserst positiv aus, sagt Miljianović: «Sie muss lediglich 42’000 Franken investieren und erhält im Gegenzug praktisch eine Gratis-Kampagne fürs Stadtklima.»

Die begrünten und besprayten Autowracks sind noch bis am 24. Oktober in Bern zu sehen. Mittels auf den Autos angebrachten QR-Codes können weitere Informationen dazu abgerufen werden. 

Aktivier jetzt den Bern-Push!

Nur mit dem Bern-Push von 20 Minuten bekommst du die aktuellsten News aus der Region Bern, Freiburg, Solothurn und Wallis blitzschnell auf dein Handy geliefert.

Und so gehts: In der 20-Minuten-App tippst du rechts unten auf «Cockpit». Dort auf «Mitteilungen» und dann «Weiter». Dann markierst du bei den Regionen «Bern», tippst noch einmal «Weiter» und dann «Bestätigen». Voilà!

Wir sind auch auf Instagram. Folg uns für Posts, Storys und Gewinnspiele aus der Region – und schick uns deine Bilder und Inputs: 20 Minuten Region Bern.

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

(sul)

Deine Meinung

14 Kommentare