Aktualisiert 21.05.2013 10:32

Nach CupfinalStadt Bern will keine Fan-Märsche mehr

Wüste Szenen vor dem Cupfinal: Zürcher und Basler Fans randalierten in der Berner Innenstadt. Sicherheitsdirektor Reto Nause fordert Konsequenzen.

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nc/ sie / gag
Solche Fanzüge soll es in Zukunft nicht mehr geben.

Solche Fanzüge soll es in Zukunft nicht mehr geben.

Es hätten zwei friedliche Märsche zum Stade de Suisse werden sollen, doch es kam anders: Die Fans hielten sich nach der Anreise in Bern nicht an die vereinbarten Treffpunkte. Während sich die GC-Anhänger auf dem Bärenplatz gruppierten, blieben die Basler beim Waisenhausplatz stehen. Gewaltbereite Ultras beider Seiten durchbrachen die Baustelle in der Marktgasse, die die beiden Gruppierungen trennte, und bewarfen sich gegenseitig mit Steinen und Knallpetarden.

Einsatzkräfte mussten durchgreifen

Die Polizei antwortete mit einem massiven Gummischrot-Einsatz, Pfefferspray und Tränengas. Bilanz der Ausschreitungen: sechs leicht Verletzte, darunter ein Polizist und mehrere zehntausend Franken Schäden an diversen Geschäften in der Innenstadt. Vor dem Stadion griffen die Basler Fans schliesslich noch ein SRF-Fernsehteam an.

Reto Nause fordert Konsequenzen

Sicherheitsdirektor Reto Nause zeigt sich empört: «Die Gewaltbereitschaft war massiv und die Auseinandersetzungen wurden von den Fan-Gruppierungen gezielt gesucht.» Für ihn ist klar: «Es darf auch bei Cupfinals keine Fan-Märsche in der Innenstadt mehr geben.» Nause geht noch einen Schritt weiter. «Wir müssen uns überlegen, ob in Bern überhaupt noch Cupfinals ausgetragen werden sollen.»

Krawalle neben dem Cupfinal

Gut 27'000 Fussballfans haben am Pfingstmontag den Cupfinal in Bern besucht. Getrübt wurde das weitgehend friedliche Fussballfest von Baslern und Zürchern im Vorfeld durch ein Scharmützel in der Innenstadt. Die Polizei setzte Gummischrot und Tränengas ein. Zehn Personen wurden verletzt.

Nach Darstellung der Polizei hatten sich die Basler Fans nach Eintreffen der Extrazüge nicht wie vereinbart auf dem Kornhausplatz, sondern auf dem Waisenhausplatz versammelt. Wenig später erreichten die Zürcher den Bärenplatz. Die beiden Standorte sind durch die Grossbaustelle in der Berner Innenstadt voneinander getrennt.

Nach Beobachtungen eines sda-Reporters provozierten sich Fans beider Lager gegenseitig. Die Polizei berichtete, mehrere Vermummte hätten Petarden und Steine auf die andere Seite geworfen. Fans aus beiden Lagern hätten zudem versucht, die Absperrungen der Baustelle zu durchbrechen.

Gummischrot und Tränengas

Die Polizei ging mit Gummischrot, Pfefferspray und Tränengas gegen die Randalierer vor, wie sie am späten Nachmittag bestätigte. So habe sie die Situation beruhigen können. Unter den sechs Leichtverletzten sei auch ein Polizist.

In der Innenstadt sei es zu Sachbeschädigungen gekommen, teilte die Polizei weiter mit. So seien Fensterscheiben und Autos beschädigt worden.

Nach dem kurzen Scharmützel herrschte in der von Fans belagerten Stadt wieder eine friedliche Stimmung. Da und dort sassen GC und Basel-Fans sogar gemeinsam beim Bier. Nach 13 Uhr brachen die Anhänger beider Lager zu ihren Fan-Märschen Richtung Stadion auf. Dabei hielten sie sich an die vereinbarten Routen.

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