Zu sexistisch: Stadt distanziert sich von Strichplatz-Website
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Zu sexistischStadt distanziert sich von Strichplatz-Website

Auf www.strichplatz.ch wimmelt es von sexistischen Kommentaren. Die auf der Startseite verlinkte Stadt Zürich distanziert sich nun von der privaten Website.

von
rom

Laut eigener Beschreibung versteht sich www.strichplatz.ch als Ort, «um Erfahrungen und Meinungen» rund um den neuen Strichplatz in Altstetten auszutauschen. Das klingt in den Kommentaren etwa so: «Viele Frauen stehen dort, die meisten sind hässlich.» Ein anderer schreibt: «Frauen werden dies nie verstehen. (...) Der Mann will keine Sexgöttin zu Hause, die holt er sich für kurze Zeit von ausserhalb.» Oder es werden haufenweise Sexualpraktiken detailliert beschrieben. Angereichert ist das Ganze mit Handyfotos, die von Usern hochgeladen werden. Um Strichplatz.ch einen «informativen» Touch zu geben, weisen bereits auf der Startseite Links zur Frauenberatung Flora Dora und zur Stadt Zürich. Wen wunderts, ärgern sich User über diese «niveaulose Seite, betrieben von der Stadt.»

Tatsächlich steckt dahinter aber ein Stadtzürcher, der neben dem Strichplatz arbeitet. «Ich will mit der Website Diskussionen rund um das polarisierende Thema anregen», sagt er. Die Einträge seien oft «unterstes Niveau», «doch ich erhoffe mir schon noch Konstruktives.»

«Wir unternehmen nichts»

Das städtische Sozialdepartement distanziert sich gemäss Sprecher Thomas Meier von dieser «voyeuristischen und sexistischen» Website. Er sagt: «Wir werden aber weiter nichts unternehmen, weil im Impressum deklariert und auch vom Erscheinungsbild her ersichtlich ist, dass es sich um keine Website der Stadt Zürich handelt.»

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