Konstanz (D): Stadt fordert Anwohner auf, Poser anzuschwärzen
Aktualisiert

Konstanz (D)Stadt fordert Anwohner auf, Poser anzuschwärzen

Stadt und Polizei haben PS-Protzern in Konstanz (D) den Kampf angesagt. Da durch Kontrollen keine konkrete Szene angehalten werden konnte, setzt man nun auf die Mithilfe der Bevölkerung.

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juu
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Mehrere Anwohner klagen darüber, dass in Konstanz beim Shopping-Center Lago und in der angrenzenden Bodanstrasse Raser und Poser unterwegs wären.

Mehrere Anwohner klagen darüber, dass in Konstanz beim Shopping-Center Lago und in der angrenzenden Bodanstrasse Raser und Poser unterwegs wären.

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«Dass die Autos in der Schweiz registriert sind, bedeutet aber nicht, dass immer Schweizer im Wagen sind», sagt Berndt Schmidt, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz.

«Dass die Autos in der Schweiz registriert sind, bedeutet aber nicht, dass immer Schweizer im Wagen sind», sagt Berndt Schmidt, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz.

Uwe Anspach
In der Vergangenheit kam es dort bereits mehrfach zu Unfällen. Unter anderem 2017, wo ein 22-jähriger Schweizer die Kontrolle über seinen Boliden verlor und in ein Schaufenster prallte.

In der Vergangenheit kam es dort bereits mehrfach zu Unfällen. Unter anderem 2017, wo ein 22-jähriger Schweizer die Kontrolle über seinen Boliden verlor und in ein Schaufenster prallte.

Twitter/Feuerwehr Konstanz

«Mit aufheulenden Motoren oder unnötigem Gas geben bei ausgekuppeltem Fahrzeug fahren in Konstanz vermehrt sogenannte Poser durch die Strassen und machen durch ihre Lautstärke auf sich aufmerksam», teilte die Stadt Konstanz kürzlich in einem Communiqué mit. Um dem entgegenzuwirken, hat die Stadt gemeinsam mit der Polizei eine Mail-Adresse eingerichtet. Unter Raser@konstanz.de sollen Anwohner ihre Beobachtungen anonym dokumentieren.

«Hierfür ist die genaue Angabe von Ort, Zeit und Kennzeichen und soweit möglich eine Beschreibung des Fahrers zwingend notwendig», heisst es weiter. Alles was vom Melder benötigt werden würde, sei eine E-Mail-Adresse. Man sei nun auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Das Polizeirevier habe in den letzten Monaten Kontrollen durchgeführt. Zuletzt mit Unterstützung der Kantonspolizei Thurgau. Dabei habe man allerdings keine konkrete Poserszene anhalten können. Auch betreffend der Rennszene würden derzeit keine konkreten Hinweise vorliegen. «Meist gehen die Meldungen bei den Behörden erst verspätet ein, sodass es für die Polizei schwierig ist, dagegen vorzugehen», schreibt die Stadt in der Mitteilung.

Schweizer unter den PS-Protzern

Laut Anwohnern sollen sich die PS-Protzer vor allem beim Einkaufscenters Lago und der angrenzenden Bodanstrasse aufhalten. Mehrere von ihnen klagen, dass sie durch den nächtlichen Motorlärm kaum zur Ruhe kämen. In der Vergangenheit kam es auf der besagten Strecke mehrfach zu Unfällen, in die auch Schweizer verwickelt waren.

So beschleunigte 2017 ein 22-jähriger Schweizer seinen 400 PS-Boliden auf der Bodanstrasse so stark, dass er die Kontrolle verlor. Das Auto geriet von der Fahrbahn und prallte in ein Schaufenster. Zwei Fussgänger hatten Glück im Unglück: Sie konnten noch rechtzeitig auf die Seite springen und wurden wie der Fahrer nur leicht verletzt.

So funktioniert die E-Mail-Fahndung

Die Stadt hofft, mit dem E-Mail-System neue Erkenntnisse über die Poser zu gewinnen. Laut den «Thurgauer Nachrichten» werden die eingegangenen Hinweise von Mitarbeitern des Bürgeramtes alle sechs bis zwölf Wochen ausgewertet. «Stellen wir fest, dass sich Hinweise zu bestimmten Kennzeichen häufen, werden wir das weitere Vorgehen mit der Polizei besprechen», sagt Frank Conze, stellvertretender Leiter des Bürgeramtes.

Datenschutzrechtlich bestehen laut Conze keine Probleme: Sobald man die Mails bearbeitet hat, würde man sie wieder löschen. Die Plattform werde nun in den nächsten ein bis zwei Jahren geprüft. Und was, wenn sie nicht funktioniert? «Es ist trotzdem besser, als untätig zu bleiben», so Conze gegenüber der Zeitung. Mediensprecher Walter Rügert ergänzt: «Sollte die Tatsache, dass es diesen konkreten Kanal gibt, auch einzelne Fahrzeugführer zu einer Anpassung ihres Verhaltens bringen, wäre dies ein positiver Nebeneffekt.»

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