Aktualisiert 25.10.2016 14:00

Zürich

Stadt ist in Schulen gegen abschaltbares WLAN

Um die Kinder vor Strahlenbelastung zu schützen, forderte eine IG per Petition ein abschaltbares WLAN in Schulzimmern. Doch der Stadtrat ist dagegen – zum Ärger der IG.

von
20M
Laptops und Handys sind heute auch Teil des Schulunterrichts.

Laptops und Handys sind heute auch Teil des Schulunterrichts.

Keystone/AP/Elaine Thompson

Die Schulzimmer der Stadt Zürich werden seit 2013 mit WLAN ausgerüstet. Aber obwohl es in einer Infobroschüre der Stadt heisst: «Schalten Sie das WLAN nur ein, wenn Sie es brauchen», sind die neu installierten Router beziehungsweise Accesspoints in Kindergärten und Primarschulen nicht abschaltbar. Dies störte die «IG WLAN mit Mass in Schulen, Kindergärten und Krippen». Ende März reichte sie deshalb eine Petition ein.

Der Stadtrat hält jedoch an den nicht abschaltbaren Accesspoints fest, wie aus seiner Petitionsantwort hervorgeht. Medienbildung sei heute ein zentrales Thema im Unterricht. «Aus pädagogischer und didaktischer Sicht ist ein allzeit verfügbares WLAN unverzichtbar», so der Stadtrat. Werde ein Acesspoint abgeschaltet, seien auch die Räume daneben nicht mehr versorgt.

Um unnötiger Strahlung vorzubeugen, deaktiviere sich die WLAN-Funktion der im Schulzimmer eingesetzten Notebooks automatsich, so bald diese an ein drahtgebundenes Netzwerk angeschlossen werden.

Zudem führt ein temporäres Abschalten von einzelnen WLAN-Access-Points laut Stadtrat nicht zu einer wesentlichen Reduktion der Immissionen durch elektromagnetische Felder – im Gegenteil: In den meisten Fällen verstärke das Abschalten sogar den vermehrten Aufbau von GSM-/UMTS- und LTE-Datenverbindungen über das Mobilfunknetz.

Wer nutzt das Handy im Unterricht?

Die IG kann dieser Argumentation nicht folgen und fragt sich gemäss Mitteilung vom Dienstag, wer denn im Unterricht das Handy nutze. «Denn eigentlich sollten Lehrer und Schüler das Handy während der Unterrichtszeit ausschalten.»

Nach Ansicht der IG betreibt das Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich keine Vorsorgepolitik und nimmt seine Vorbildfunktion nicht wahr - und dies, obwohl man wisse, dass der steigende Elektrosmog im Innen- und Aussenraum ein Gesundheitsrisiko darstelle - vor allem für Kinder im Wachstum. Deshalb hätten beispielsweise Israel und Frankreich WLAN in Einrichtungen für Kleinkinder gesetzlich verboten.

(20M/sda)

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