15.09.2020 02:50

Historische HolzbrückenStadt kämpft mit Staubsauger und Besen gegen Tausende Spinnweben

Den Spinnen gefällt es in Luzern besonders gut auf der Kapell- und der Spreuerbrücke. Die Teams des Strasseninspektorats befreien die Wahrzeichen nun abwechslungsweise von den Tausenden Netzen, welche die Tiere gespannt haben.

von
Daniela Gigor

Darum gehts

  • Tausende Spinnen spannen ihre Netze auf der Spreuer- und der Kapellbrücke in Luzern.
  • Die Population ist momentan sehr gross, weil sich das Wetter warm und trocken präsentiert.
  • Die Stadt geht jetzt mit Besen und Staubsaugern gegen die Spinnweben vor.
  • Insektengifte werden in Luzern seit Jahren nicht mehr eingesetzt.
  • Mit der Reinigung der Brücken würden die Kulturgüter und deren technische Einrichtungen vor Schäden geschützt.

Mitarbeiter der Stadt Luzern befreien die Kapellbrücke von Spinnweben.

Video: Nadine Wechsler

Nicht nur auf der Spreuerbrücke geht es im Moment krabbelig zu und her, weil Tausende von Spinnen deren Holzgebälk zum Spannen ihrer Netze ausgesucht haben. Auch auf dem Luzerner Wahrzeichen, der Kapellbrücke, wimmelt es nur so von den Achtbeinern in allen Grössen.

«Es ist witterungsbedingt, dass es momentan so viele Spinnen hat», sagt Thomas Schmid, Bereichsleiter des Strasseninspektorats der Stadt Luzern, auf Anfrage. Laut Schmid trägt das warme und trockene Herbstwetter zur Population der Spinnen bei, und diese würden sich anscheinend wohlfühlen unter den alten Brücken: «Weil die Kapell- und die Spreuerbrücke aus Holz bestehen, gibt es dort genügend Spalten, dass sich gewisse Arten dort einnisten.»

Stadt Luzern verzichtet seit Jahren auf den Einsatz von Insektengiften

Aktuell wird gerade die Kapellbrücke von den Mitarbeitern des Strasseninspektorats von den Netzen der Spinnen befreit. Danach sei wieder die Reinigung der Spreuerbrücke an der Reihe, die zuletzt im August von den Hinterlassenschaften der Tiere befreit wurde.

Wenn das Wetter weiterhin schön und warm bleibe, vermehre sich die Population rasch wieder, und die Reinigungsarbeiten würden von vorne beginnen. Wenn die Angestellten des Strasseninspektorats ihre Arbeit an den Brücken ausführen, sind sie immer wieder mit Fragen von Passanten konfrontiert, bei denen sich die Geister scheiden: «Die einen wollen wissen, warum die Spinnennetze nicht schon früher entfernt wurden, und die anderen fragen, warum die Netze überhaupt entfernt werden.»

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Diese Spinne hat sich die Spreuerbrücke für das Weben ihres Netzes ausgesucht.

Diese Spinne hat sich die Spreuerbrücke für das Weben ihres Netzes ausgesucht.

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Sie ist damit in bester Gesellschaft. 

Sie ist damit in bester Gesellschaft.

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Auf der gesamten Spreuerbrücke geht es im Moment krabbelig zu und her.

Auf der gesamten Spreuerbrücke geht es im Moment krabbelig zu und her.

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Dass die Brücken regelmässig von den Spinnennetzen befreit würden, sei zum Schutz der Brücken und der technischen Infrastruktur, wie etwa der Überwachungskameras, nötig. Dafür würden Besen oder Staubsauger verwendet. «Insektengifte werden aus Nachhaltigkeitsgründen aber seit Jahren nicht mehr eingesetzt», sagt Schmid weiter.

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46 Kommentare
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Joe

15.09.2020, 06:50

Hört auf mit Tieren zu kämpfen

Rita

15.09.2020, 06:35

Natürlicher Kreislauf Und wenn die Spinne nicht auch im Staubsauger verschwindet , ist das Spinnennetz innert kurze wieder da! Übrigens wo es Spinnen gibt, gibt es auch weniger Insekten. Natürlicher Kreislauf!

Felix Lutz

15.09.2020, 06:24

Lieber Spinnen als Touristen...