Alle Bäume weg: Stadt muss «Kahlschlag» am Letten rechtfertigen

Aktualisiert

Alle Bäume wegStadt muss «Kahlschlag» am Letten rechtfertigen

Beim Flussbad Oberer Letten fehlen seit den Sportferien die Bäume. Die Fällaktion der Stadt Zürich hat nun politische Folgen.

von
ced
Bei schönem Wetter zieht der Obere Letten jeweils Hunderte Besucher an.

Bei schönem Wetter zieht der Obere Letten jeweils Hunderte Besucher an.

Keystone/Ennio Leanza

In den Sportferien hat die Stadt einen Grossteil der Bäume auf dem Lettendamm oberhalb des Wasserkraftwerks gefällt – aus Sicherheitsgründen, wie die Elektrizitätswerke EWZ drei Tage vor der Abholz-Aktion ankündigten: Die Bäume würden die Gefahr von Dammbrüchen verschärfen.

Nebst Umweltschützern schaltet sich nun auch die Alternative Liste (AL) ein. Sie hat laut der «NZZ» im Zürcher Stadtparlament einen Vorstoss eingereicht und fordert den Stadtrat auf, sich zum Vorgehen zu äussern.

Fehlender Schatten

Die AL ärgert sich vor allem darüber, dass die Ankündigung der Fällaktion erst drei Tage vorher erfolgte. Damit sei es der Bevölkerung «faktisch verunmöglicht» worden, zu reagieren. Zudem würden sich die fehlenden Bäume negativ auf die Gesundheit der Badegäste auswirken. Diesen sei «der schattenspendende Schutz der Bäume» nun weitgehend entzogen worden. Überdies unterliege der Lettendamm als Teil der Flusslandschaft Limmat dem kommunalen Natur- und Landschaftsschutz.

Nun soll der Stadtrat darüber informieren, ob das kantonale Amt für Gewässerschutz die Rodung wirklich verbindlich und unter Fristansetzung verlangt hat. Weiter will die AL wissen, wie man dem «Bedürfnis der Badi-Nutzer nach genügend Schatten» künftig entgegenkomme. Laut EWZ sei auf dem Damm ein «buschartiger Bewuchs mit einheimischen Arten» geplant.

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