Stadt Luzern: Stadt rügt unfreundliche Taxichauffeure
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Stadt LuzernStadt rügt unfreundliche Taxichauffeure

Der Luzerner Stadtrat will einen besseren Service für Taxikunden: So sollen Chauffeure beispielsweise Benimmregeln beachten und über bessere Sprach- und Ortskunde verfügen.

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mme/gwa
Taxifahrer warten beim Bahnhof Luzern auf Kunden. (Symbolbild)

Taxifahrer warten beim Bahnhof Luzern auf Kunden. (Symbolbild)

«Die Qualität der Dienstleistungen ist oft mangelhaft»: Das schreibt der Luzerner Stadtrat in einer Mitteilung zum neuen Taxireglement, das am Dienstag vorgestellt wurde. Zum Beispiel werde die Erwartung, dass Chauffeure mit gepflegtem Erscheinen und mit Minimalkenntnissen der Anstandsregeln ihre Dienstleistung anbieten, grösstenteils nicht mehr erfüllt, schreibt die Stadt. Passionierte Taxifahrer seien am Aussterben.

Deutsch- und Englischtests

Mit dem neuen Reglement will die Stadt nun die Schraube anziehen: Als Taxifahrer im Auto rauchen - das will der Stadtrat zum Beispiel gänzlich verbieten. Auch wird es Taxichauffeuren untersagt, Waren an die Kunden zu verkaufen. Und neu müssen sie einer Fachstelle beweisen, dass sie genügend gut Deutsch können und im Englisch den Level A1 erreicht haben, wenn sie zur Taxiprüfung zugelassen werden wollen.

Weiter heisst es im Reglement: «Zu einem qualitativ hochstehenden Taxiservice gehören auch Verhaltensregeln.» Taxichauffeure haben sich deshalb höflich zu verhalten und die nötigen Anstandsregeln zu beachten, steht weiter im Reglement. Und Gegenstände, welche die Kunden in Taxis liegen lassen, müssen die Fahrer umgehend im Fundbüro abliefern.

Regelmässig wird neu ausgeschrieben

Diese und andere Kriterien müssen neu alle Taxichauffeure erfüllen, die auf einem offiziellen Standplatz auf Kunden warten wollen. Erfüllen sie alle Vorgaben, erhalten sie eine Betriebsbewilligung, die zur Nutzung der städtischen Standplätze berechtigt. Alle anderen Angebote im Taxiwesen müssen keine städtischen Bewillgungen haben, sondern nur noch die Vorgaben des Bundes einhalten; sie dürfen aber die Standplätze in der Stadt nicht mehr benutzen. Die Stadt muss aber allen Interessierten die Möglichkeit eröffnen, eine Bewilligung für einen Standplatz zu erhalten, deshalb werden diese regelmässig ausgeschrieben.

Stadt macht Freundlichkeits- und Kleiderkontrollen

Claudia Billeter vom Rechtsdienst der Direktion Umwelt, Verkehr und Sicherheit sagt: «Für die Touristenstadt Luzern sind Taxis mit gutem Service als Aushängeschild sehr wichtig.» Die Stadt werde mit Kontrollen auf den Standplätzen überprüfen, ob die Taxifahrer dann auch tatsächlich beispielsweise die Anstandsregeln einhalten und von gepflegter Erscheinung sind.

«80 Prozent leisten schlechte Arbeit»

Zum Teil wurden solche Regeln aus dem bestehenden, noch gültigen Reglement übernommen, zum Teil wurden sie verschärft. Auf jeden Fall sind viele Taxifahrer über Aussagen der Stadt, dass ihre Dienstleistungen ungenügend seien, verärgert. «Die Stadt stellt uns hin, als wären wir die hinterletzten Deppen», sagt ein Taxifahrer, der anonym bleiben möchte. «Natürlich gibt es immer schwarze Schafe, aber wir arbeiten hart in unserem Job.»

Dies sieht ein weiterer Taxichauffeur jedoch anders: «Ich bin froh, dass die Stadt reagiert. 80 Prozent der Taxifahrer hier leisten qualitativ schlechte Arbeit.» Der Mann, der ebenfalls anonym bleiben will, hofft deshalb auf eine Besserung der Situation. Nur schon die Kleidung mancher Fahrer hinterlasse einen schlechten Eindruck bei den Kunden: «In Barcelona sind die Fahrer einheitlich gekleidet - hier tragen manche Flipflops und kurze Hosen bei der Arbeit.»

Am 25. September stimmt das Stadtparlament über das neue Reglement ab.

Haben Sie sich auch schon über schlechten Service und fehlenden Anstand in Luzerner Taxis genervt? Teilen Sie uns Ihre Erlebnisse unten in der Kommentarspalte mit.

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