Zürich: Stadt sagt Wohnungsnot Kampf an
Aktualisiert

ZürichStadt sagt Wohnungsnot Kampf an

Der Zürcher Stadtrat will gezielt günstige Wohnungen für Leute mit schmalem Budget bauen. Über ein Drittel der Stadtzürcher würden die Bedingungen dafür erfüllen.

von
Roman ­Hodel
Für kinderreiche Familien gibt es in Zürich bereits eine Stiftung – hier deren Siedlung Brunnenhof. (Nicolas Y. Aebi)

Für kinderreiche Familien gibt es in Zürich bereits eine Stiftung – hier deren Siedlung Brunnenhof. (Nicolas Y. Aebi)

Wer wenig Geld hat und in Zürich eine Wohnung sucht, muss immer öfter in die Agglomeration wegziehen. Das soll sich ändern: Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat eine neue Stiftung für kostengünstige Wohnungen in Alt- und Neubauten mit einem Grundkapital von 75 Millionen Franken. «Uns schweben kleine, einfache und somit ökologisch sinnvolle Wohnungen vor», sagte Stadtrat Daniel Leupi (Grüne). Eine neue 4-Zimmer-Wohnung darf höchstens 97 m2 messen und etwa nur eine Nasszelle aufweisen. Zudem ist die Mindestanzahl Bewohner und das maximal steuerbare Einkommen vorgeschrieben: zum Beispiel 59 700 Franken für zwei Personen und mehr, sofern die Wohnung vom Kanton finanziell gefördert wird. Über ein Drittel der Stadtzürcher erfüllen laut Stadt die Bedingungen für solche kostengünstigen Wohnungen.

Weitere 30 Millionen Franken will der Stadtrat für die bewährte Wohnbauaktion aufwenden. Damit sollen Wohnungen für Finanzschwache sub­ventioniert werden. Gleichzeitig lehnt er aber vier hängige Volksinitiativen zur Wohnbau­politik ab. «Keine davon ist umsetzbar», so Stadtrat Martin Vollenwyder (FDP). Anders sieht dies SP-Gemeinderätin Jacqueline Bad­ran: «Unsere Initiative ‹Wohnen für alle› ist sehr wohl umsetzbar und ­wir erhalten sie auch aufrecht.» Im Gegensatz zum Stadtrat wolle man den Mittelstand stärken. Badran: «Für die Finanzschwachen gibt es dank Stiftungen und subventioniertem Wohnbau schon genügend gute Instrumente.» ­

Deine Meinung