Wegen Corona: Stadt schenkt allen Einwohnern 100 Franken – sogar Babys
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Wegen CoronaStadt schenkt allen Einwohnern 100 Franken – sogar Babys

Während des Lockdowns mussten die meisten Läden und alle Gastrobetriebe schliessen. Die Stadt Zug zeigt sich nun besonders grosszügig, damit das einheimische Gewerbe wenigstens ein bisschen des Verlusts decken kann – und auch die Stadtzuger freuen sich.

von
Martin Messmer
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In der Stadt Zug erhalten alle Einwohner, die am 31. März dort Wohnsitz hatten, einen Geschenkgutschein von der Stadt.

In der Stadt Zug erhalten alle Einwohner, die am 31. März dort Wohnsitz hatten, einen Geschenkgutschein von der Stadt.

Archiv 20 Minuten
Jeder bekommt eine Karte im Wert von 100 Franken, auch Kinder.

Jeder bekommt eine Karte im Wert von 100 Franken, auch Kinder.

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Mit dem Geld soll das ansässige Gewerbe unterstützt werden, da die Betriebe im Lockdown geschlossen haben mussten.

Mit dem Geld soll das ansässige Gewerbe unterstützt werden, da die Betriebe im Lockdown geschlossen haben mussten.

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Darum geht es

  • Alle Zuger, auch Kleinkinder, erhielten kürzlich von der Stadt Zug einen Geschenkgutschein in der Höhe von 100 Franken.

  • Total lässt sich die Stadt diese Aktion rund 3 Millionen Franken kosten.

  • Damit soll das lokale Gewerbe angekurbelt werden, das während des Lockdowns darben musste.

  • Auch in anderen Orten der Schweiz wird Geld verschenkt, zwischen 25 und 500 Franken.

Diese Post hat die Zuger gefreut: Am Dienstag flatterte allen Haushalten ein Couvert der Stadtverwaltung in die Briefkästen. Darin fanden sich pro Person des Haushaltes ein Gutschein im Wert von 100 Franken sowie ein Schreiben des Stadtrates. «Wir freuen uns sehr, Ihnen heute ProZug-Geschenkkarten zu überreichen», teilte dieser mit. Nicht nur Erwachsene erhielten eine solche Karte, sogar an Kinder und Babys wurden solche verschickt. Eine vierköpfige Familie also bekam auf einen Schlag 400 Franken.

Mit den Geschenkkarten sollen die Stadtzuger Geschäfte, Gastrobetriebe und Dienstleister unterstützt werden, die während des wochenlangen Corona-Lockdowns geschlossen haben mussten, so die Idee der Stadtverwaltung. Auf der Website von ProZug, der Organisation der Stadtzuger Geschäfte, sind dutzende Betriebe aufgelistet, wo die Zuger nun mit ihren Geschenkkarten einkaufen können. Explizit ausgenommen sind aber Grossverteiler im Food-Bereich, da diese auch während des Lockdowns offen haben durften. Mit dem Geld sollen explizit «die kleineren Stadtzuger Geschäfte» unterstützt werden, so der Stadtrat.

Stadt definierte Stichtag

In der Stadt Zug leben etwas mehr als 30’000 Einwohner. Alle Personen, die am 31. März Wohnsitz in der Stadt hatten, profitieren vom Geschenk der Stadt, explizit auch Kleinkinder und sogar Babys. Total wurden in Zug rund 3 Millionen Franken für die Geschenk-Aktion bewilligt.

Stadtpräsident Karl Kobelt hat bereits viele Reaktionen auf die Aktion erhalten, wie er zu 20 Minuten sagte: «Die Resonanz aus der Bevölkerung und dem Gewerbe ist durchwegs positiv. Das ist toll.» Er freue sich über den «doppelten Nutzen», den die Gutscheine bewirken würden, da sowohl Bevölkerung und Gewerbe profitierten.

Bieler erhalten 25 Franken, Hergiswiler bekommen 500 Franken

Sogar noch deutlich mehr Geld erhalten die Einwohner in Hergiswil im Kanton Nidwalden von der Gemeinde geschenkt: Nämlich 500 Franken. Ende Juni wurden dafür an der Urne fast 2,6 Millionen Franken gesprochen – und fast 93 Prozent der Urnengänger sagten Ja zu diesem Kredit. Wie in Zug ist auch hier das Ziel, das corona-gebeutelte einheimische Gewerbe mit dem Geld zu unterstützen. Alle volljährigen Einwohner profitieren.

Auch anderswo in der Schweiz gibts aus dem gleichen Grund Geld geschenkt. In Biel bekommt jeder Einwohner 25 Franken.

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168 Kommentare
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trauriger Steuerzahler

06.08.2020, 15:51

Die Stadt ist grosszügig? Es sind die Steuerzahler der Stadt die das bezahlen und sich daran noch freuen...

Karin

06.08.2020, 14:33

Gibt es das in der Stadt Zürich auch oder nur für die randständigen die Stunden für essen anstehen

Per Peters

06.08.2020, 11:30

Das "verschenkte" Geld oder auch "Helikoptergeld" führt schlussendlich in die Inflation und alle, die was gespart haben haben danach weniger als sie geschenkt erhalten haben. Nur welche mit Schulden profitieren doppelt!