Zürich: Stadt schmeisst Utoquai-Restaurant raus – Tausende unterschreiben Petition

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ZürichStadt schmeisst Utoquai-Restaurant raus – Tausende unterschreiben Petition

Die Stadt Zürich hat den Zuschlag für die Miete des Utoquai-Kiosks neu vergeben. Profitieren wird ein Gastroriese, der bereits das Primitivo beim Letten ausstach.

von
Daniel Krähenbühl
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Die Badi Utoquai wird nach elf Jahren neu verpachtet.

Die Badi Utoquai wird nach elf Jahren neu verpachtet.

Silas Zindel / Tamedia AG
Das Gastrounternehmen Miteinander GmbH betreibt etwa auch die Restaurants Maison Manesse, Ooki Izakaya, den Gartenhof oder Smith and de Luma und organisiert das Street Food Festival oder den Rundfunk FM. 

Das Gastrounternehmen Miteinander GmbH betreibt etwa auch die Restaurants Maison Manesse, Ooki Izakaya, den Gartenhof oder Smith and de Luma und organisiert das Street Food Festival oder den Rundfunk FM. 

Anna-Tia Buss / Tamedia
Auch für das Gastroangebot in der Rimini-Bar und im Seebad Enge ist es zuständig. Personen aus dem Umfeld der Firma erhielten kürzlich zudem den Zuschlag für die Pacht des Primitivo am Letten.

Auch für das Gastroangebot in der Rimini-Bar und im Seebad Enge ist es zuständig. Personen aus dem Umfeld der Firma erhielten kürzlich zudem den Zuschlag für die Pacht des Primitivo am Letten.

Urs Jaudas

Darum gehts

Nach elf Jahren ist Schluss: Das Sportamt der Stadt Zürich hat den Zuschlag für die Miete des Utoquai-Kiosks neu vergeben. Die bisherige Geschäftsführerin des Gastrobetriebs «Freie Sicht aufs Mittelmeer», Beatriz Sablonier, wird Kundinnen und Kunden am 31. Oktober das letzte Mal bedienen. Den Zuschlag erhält neu Katja Weber und Isa Hackl, die laut dem «TagesAnzeiger» aus dem direkten Umfeld des Gastroriesen Miteinander GmbH stammen.

Weber veranstaltet unter anderem das «Zürcher Wienachtsdorf» und ist Partnerin des Outdoorrestaurants Frau Gerolds Garten. Das Gastrounternehmen Miteinander GmbH betreibt etwa auch die Restaurants Maison Manesse, Ooki Izakaya, den Gartenhof oder Smith and de Luma und organisiert das Street Food Festival oder den Rundfunk FM. Auch für das Gastroangebot in der Rimini-Bar und im Seebad Enge ist es zuständig. Personen aus dem Umfeld der Firma erhielten kürzlich zudem den Zuschlag für die Pacht des Primitivo am Letten.

Dass nun ein solcher Grossbetrieb reihenweise Kleinunternehmerinnen und -unternehmer aussticht, sorgt für heftige Kritik. Sablonier will sich den Rauswurf nicht gefallen lassen und hat nun eine Petition mit dem Namen «Gegen die Monopolisierung der Eventgastronomie in städtischen Betrieben» gestartet. Darin kritisiert sie das «fragwürdige Ausschreibungsverfahren» und die mangelnde Transparenz bei der Vergabe. 

Tausende unterschreiben Petition

Es stelle sich ausserdem die Frage, wieso das Sportamt das Utoquai einem Gastrogrossplayer gibt, der in der Stadt bereits übervertreten sei. Die Argumente überzeugen: Innert einer Woche unterschrieben über 3000 Personen die Petition. «Ich habe unterzeichnet, weil ich Diversität und weniger Gastro-Einheitsbrei möchte», so ein User. Auch Sablonier selbst befürchtet einen «Einheitsbrei», wie sie gegenüber dem TagesAnzeiger sagt. «Wir müssen uns schon fragen: Wie viel Platz wollen wir dieser Halligalli-Eventgastronomie geben?»

Die zukünftige Mieterin des Utoquai, Katja Weber, wehrt sich in der Zeitung gegen die Unterstellungen. Trotz Verbindungen zur Miteinander GmbH sieht sie sich nicht als Grossgastronomin: «Wenn jemand bei meinen Projekten von Einheitsbrei spricht, nehme ich an, dass jemand meint, dass alle schön sind. Sonst gibt es wohl gar nicht so viel Ähnlichkeit.»

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