Zürich: Stadt soll Koch-Areal an einen Privaten verkaufen
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ZürichStadt soll Koch-Areal an einen Privaten verkaufen

Weil die Stadt Zürich aus FDP-Sicht trödelt mit ihrem Bauprojekt auf dem besetzten Koch-Areal, soll ein Privater übernehmen. Darüber entscheiden soll das Stimmvolk.

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sda/rom
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Das besetzte Koch-Areal in Zürich-Albisrieden kommt nicht aus den Schlagzeilen.

Das besetzte Koch-Areal in Zürich-Albisrieden kommt nicht aus den Schlagzeilen.

Keystone/str
Polizeipatrouillen am Donnerstagmittag, 6. Oktober 2016, vor dem Zürcher Stadthaus...

Polizeipatrouillen am Donnerstagmittag, 6. Oktober 2016, vor dem Zürcher Stadthaus...

jen
... und beim benachbarten Münsterhof. Im Stadthaus informierte der Stadtrat um 13.30 Uhr über das weitere Vorgehen betreffend Koch-Areal.

... und beim benachbarten Münsterhof. Im Stadthaus informierte der Stadtrat um 13.30 Uhr über das weitere Vorgehen betreffend Koch-Areal.

jen

Die FDP der Stadt Zürich hat an ihrer Delegiertenversammlung vom Dienstag eine entsprechende Initiative präsentiert. Damit will die Partei dafür sorgen, dass das Grundstück entwickelt wird und gleichzeitig die Besetzer verschwinden. Die FDP kritisiert, dass die Stadt das Koch-Areal seit 2013 besitzt, aber bislang kein Bauprojekt vorgelegt hat.

Die Stadt hatte das Grundstück für rund 70 Millionen Franken von der UBS erworben mit der Absicht, darauf Wohnungen, Gewerberäume und einen Park entstehen zu lassen.

«Mit einer Überbauung des Koch-Areals seitens der Stadt kann frühestens in sechs bis sieben Jahren gerechnet werden», schreibt die FDP in einer Medienmitteilung. Ein privater Bauherr würde das Projekt nach Ansicht der Partei in kürzerer Zeit umsetzen. «Gewiss muss auch ein Privater dem Parlament einen Gestaltungsplan vorlegen – aber es wären weniger Abstimmungen nötig als bei einem städtischen Projekt», sagt FDP-Präsident und -Gemeinderat Severin Pflüger.

Die Initiative verlangt, dass die Stadt das Grundstück schnellstmöglich an einen privaten Dritten verkauft. Dieser soll die Auflage bekommen, die Überbauung zügig voranzutreiben, Wohn- und Gewerbeflächen zu schaffen sowie einen Park anzulegen, der das Quartier Letzi zwischen Rauti- und Hohlstrasse aufwertet. «Ein Drittel der Wohnungen müssten gemeinnützig sein», sagt Pflüger.

Die Initiative wird dem Rechtskonsulenten des Stadtrats zur Vorprüfung vorgelegt.

Stadt weist Kritik zurück

Die Kritik der FDP, wonach es der Stadtrat bislang «versäumt» habe, ein Projekt für die versprochenen Wohnungen, Gewerbebauten oder den Park vorzulegen, lässt das Hochbaudepartement nicht gelten: «Basierend auf einer Machbarkeitsstudie, die seit kurzem vorliegt, sucht die Stadt nun potenzielle Bauträger und wird einen Architekturwettbewerb durchführen», sagt Sprecher Matthias Wyssmann. Danach folge der Gestaltungsplan, der dann wiederum vom Stadtparlament genehmigt werden müsse.

«Würde man – nach einem langwierigen demokratischen Prozess – das Koch-Areal verkaufen, müsste ein Privater im Gegensatz zur Stadt wieder bei null beginnen. Es würde also überhaupt nicht schneller gehen – im Gegenteil», sagt Wyssmann. «Zumal der Gemeinderat bei einem allfälligen Verkauf an den künftigen Besitzer Forderungen bezüglich günstiger Wohn- und Gewerberäume sowie Grünräumen stellen dürfte. Das Koch-Areal ist ungemein wichtig für die Quartierversorgung.»

Ärger vor allem wegen Lärms

Stadtrat Richard Wolff (AL) steht als Sicherheitsvorsteher in der Kritik, weil er die Übertretungen der Besetzer des Koch-Areals zu wenig geahndet habe. Seit Anfang Oktober gelten neue Regeln auf dem Koch-Areal bezüglich Veranstaltungen. Seither sind die Klagen aus der Nachbarschaft verstummt.

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