Aktualisiert 08.10.2018 12:55

Weniger Spuren gefordert

Stadt stoppt Sanierung der Bellerivestrasse

Die Bellerivestrasse in Zürich ist sanierungsbedürftig. Wegen Einsprachen wird der Sanierungsplan unterbrochen. So wollen Anwohner weniger Spuren und dafür einen Veloweg.

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Die Bellerivestrasse wird täglich von durchschnittlich 25'000 Autos befahren.

Die Bellerivestrasse wird täglich von durchschnittlich 25'000 Autos befahren.

Keystone/Walter Bieri
Die geplante Sanierung wird rund drei Jahre dauern. Deswegen müssen 87 Bäume gefällt werden. Sie werden aber ersetzt.

Die geplante Sanierung wird rund drei Jahre dauern. Deswegen müssen 87 Bäume gefällt werden. Sie werden aber ersetzt.

Keystone/Walter Bieri

Die geplante Sanierung der Bellerivestrasse im Zürcher Seefeld hat für viel Kritik gesorgt: Die Stadt stoppt nun das Projekt und will nochmals verschiedene Varianten prüfen. Denn: «Die Sache ist verfahren», sagt der Stadtingenieur Vilmar Krähenbühl.

Die Wünsche der Quartierbewohner und der umliegenden Gemeinden gingen weit auseinander, wird Krähenbühl in einer Medienmitteilung vom Montag zitiert. «Wir können die unterschiedlichen Ansprüche zurzeit nicht unter einen Hut bringen.»

Anwohner wollen weniger Spuren

Im Juni 2017 hatte die Stadt das Sanierungsprojekt für die Strasse, auf der täglich 25'000 Fahrzeuge verkehren, vorgestellt. Vorgesehen war, die vier bisherigen Fahrspuren beizubehalten.

Während der öffentlichen Auflage dieser Pläne gingen mehrere Einsprachen ein. Anwohner forderten unter anderem durchgehende Velostreifen sowie Spur- und Temporeduktionen.

Raum für Veloweg

Und im Stadtparlament ging eine Motion ein, die einen dreijährigen Versuch mit bloss drei Spuren, aber mit einem flexiblen Richtungswechselbetrieb fordert: Die mittlere Spur soll morgens stadteinwärts, abends stadtauswärts führen. So würde die vierte Fahrspur überflüssig, es böte sich Raum für einen Veloweg.

Wegen dieser widersprüchlichen Anliegen hat das Tiefbauamt der Stadt Zürich die bisherige Planung mit vier Fahrspuren nun unterbrochen. Es sollen neue Varianten mit Spur- und Temporeduktionen ausgearbeitet und mit dem ursprünglichen Plan verglichen werden.

Baustart verzögert sich auf unbestimmte Zeit

Das Amt will danach «auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse den Fächer für die Oberflächengestaltung nochmals öffnen und in Rücksprache mit dem Kanton als Bewilligungsinstanz eine Bestvariante ausarbeiten».

Damit verzögert sich der Baustart für die Gesamtsanierung der Bellerivestrasse auf unbestimmte Zeit. Die Abwasserkanalisation, die Wasserleitungen und der Strassenbelag sind gemäss Tiefbauamt aber teilweise in sehr schlechtem Zustand. Deshalb müssen nun lokal Reparaturen vorgenommen werden. Dies werde «entsprechende Verkehrsbehinderungen» mit sich bringen. (sda)

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