Thun – YB: Stadt straft FC Thun wegen Pyro-Chaoten ab
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Thun – YBStadt straft FC Thun wegen Pyro-Chaoten ab

Strengere Eingangskontrollen und keine grossen Fahnen: Die Stadt macht dem FC Thun nach den Ausschreitungen vom Oktober für das Derby gegen YB zusätzliche Auflagen.

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smü/sda
Mit strengeren Eingangskontrollen will Thuns Sicherheitsdirektor Ausschreitungen wie beim Spiel gegen den FC Aarau verhindern.

Mit strengeren Eingangskontrollen will Thuns Sicherheitsdirektor Ausschreitungen wie beim Spiel gegen den FC Aarau verhindern.

Die Stadt Thun macht dem FC Thun für das Berner Fussballderby vom kommenden Sonntag gegen den BSC Young Boys Bern zusätzliche Vorschriften: Der FC Thun muss die Eingangskontrollen deutlich verstärken. Und im Stadion werden keine grossen Fahnen und Transparente toleriert. Damit will Thuns Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler laut einer Mitteilung erneute Zwischenfälle wie beim Spiel des FC Thun gegen den FC Aarau vom 25. Oktober verhindern. Damals zündeten Fans des FC Thun im Stadion mehrere Rauchpetarden und eine Knallpetarde.

Ein Kind musste vor Ort ärztlich untersucht werden. Nach dem Spiel griffen Thuner Fans zudem am Bahnhof von Thun Anhänger des FC Aarau an. Die Polizei musste mehrmals eingreifen.

Petarden-Schmuggel verhindern

Mit den schärferen Eingangskontrollen will Siegenthaler nun verhindern, dass Rauch- und Knallpetarden ins Stadion geschmuggelt werden. Und die grossen Fahnen und die Transparente verbietet er, weil die Erfahrung lehre, dass unerlaubte Petarden oft hinter Fahnen und Transparenten gezündet würden. So sei die Identifikation der Täter unmöglich. Kurze Schwenkfahnen dürfen ins Stadion mitgenommen werden.

Siegenthaler stützt die Zusatzauflagen auf das sogenannte Hooligan-Konkordat. Die Massnahmen gelten vorerst nur für das Spiel vom kommenden Sonntag. Danach zieht die Stadt Bilanz. Bleiben Zwischenfälle aus, will Siegenthaler die Auflagen wieder lockern. Andernfalls stellt er weitere Verschärfungen in Aussicht.

20 bis 30 Prozent Mehraufwand

Für den FC Thun bedeuten die Zusatzauflagen, dass er kommenden Sonntag an den Eingängen mehr Sicherheitspersonal einsetzen muss. Denn an diesen Kontrolleuren sei es, den Fans ausser Petarden auch grosse Fahnen und Transparente abzunehmen, sagt FC Thun-Verwaltungsrat Andreas Bernhard auf Anfrage. Die Fahnen-Regel gelte nicht für die YB-Fans. Die Frage, wie sich dies auf die Stimmung am Heimspiel auswirke, will Bernhard nicht beantworten. Nur so viel: «Wir haben mit der Stadt verhandelt und respektieren die Meinung unseres Partners.»

Mit zusätzlichen 50 Mannstunden rechnet der FC Thun. Was das in Franken ausmacht, sagt Bernhard nicht – das Dispositiv stehe noch nicht. Im Vergleich zu einem anderen Match bedeuteten die zusätzlichen 50 Mannstunden vom Sonntag einen Mehraufwand von 20 bis 30 Prozent. «Die Kosten gehen zu Lasten des Vereins – die Ticketpreise für die Matchbesucher bleiben gleich.»

Dass der FC Thun in finanziellen Schwierigkeiten steckt, ist hinlänglich bekannt. «Wir hoffen, dass die Fussballfans trotz der strengeren Vorschriften an das Spiel kommen und wir keine halbleeren Ränge haben», so Bernhard weiter. Man wolle ein schönes Fussballfest veranstalten. «Wir hatten bis anhin sehr faire Fans und wollen dies in Zukunft auch sagen können.»

Der FC Thun habe keine andere Wahl, als die Auflagen umzusetzen, sagt Bernhard weiter. Auf die Frage, ob der FC Thun die Auflagen für gerechtfertigt hält, antwortet er: «Dazu nehmen wir keine Stellung».

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