Zürich: Stadt sucht per Kinospot Gay-Paare als Pflegeeltern
Publiziert

ZürichStadt sucht per Kinospot Gay-Paare als Pflegeeltern

Mit einem Kinospot suchen die Sozialen Dienste der Stadt Zürich nach gleichgeschlechtlichen Paaren als Pflegeeltern. Bereits haben sich erste Interessenten gemeldet.

von
rom
Der Spot der Sozialen Dienste lief im November in ausgewählten Zürcher Kinos.

Der Spot der Sozialen Dienste lief im November in ausgewählten Zürcher Kinos.

Ein lesbisches Paar kümmert sich um ein eigenes Kind und ein Pflegekind. Der Pflegebub sagt: «Zum Glück kann ich jetzt zu Priska und zu Anna. Die schauen jetzt auch zu mir. Ich habe jetzt drei Mamis: mein Mami und meine Eltern, also meine Pflegeeltern.» Zu sehen war diese Szene im November in einem Kinospot, der in ausgewählten Zürcher Kinos lief.

Damit wollen die Sozialen Dienste der Stadt Zürich neu auch gleichgeschlechtliche Paare als Pflegeeltern ansprechen. Denn die Suche nach solchen werde immer schwieriger. Parallel zur Kampagne traten sie mit Schwulen- und Lesbenorganisationen in Kontakt und verteilten via eines Szenemagazins Infomaterial.

Kritische Rückmeldungen

«Vereinzelt gab es kritische Rückmeldungen, generell ist der Spot aber gut angekommen», sagte Beatrice Henes, Sprecherin der Sozialen Dienste dem «Tages-Anzeiger». Zwei homosexuelle Paare hätten bereits Interesse signalisiert. Daneben wolle man aber auch Singles und binationale Paare ansprechen. «Die Tatsache, dass homosexuelle Paare in der Schweiz keine Kinder adoptieren dürfen, spielt dabei keine Rolle», so Henes.

Bei Lesben und Schwulen kommt die Zürcher Offensive gut an: «Gleichgeschlechtliche Eltern als Ressource für Pflegefamilien zu nutzen, ist eine logische Konsequenz und ein wichtiger Schritt zur Sichtbarkeit und Anerkennung von Regenbogenfamilien», sagte Maria von Känel, Geschäftsführerin vom Dachverband Regenbogenfamilien.

«Sicherheit garantieren»

Zumal es bereits gleichgeschlechtliche Paare gibt, die Pflegekinder betreuen. «Wichtig ist, dass Pflegeeltern Kontinuität bieten sowie Sicherheit und Verbindlichkeiten garantieren: «Das ist ein ständiger Prozess», sagte Barbara Heuberger von der Organisation Pflegekinder-Aktion Schweiz.

Deine Meinung