Airbnb : Stadt treibt bei Zimmer-Anbietern Kurtaxen ein
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Airbnb Stadt treibt bei Zimmer-Anbietern Kurtaxen ein

Etwa 385 Unterkünfte werden in Bern online via Airbnb vermietet. Die Stadt passt nun die Gesetze an – um Gebühren von den Vermietern einziehen zu können.

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In Bern sollen Vermieter von Airbnb-Übernachtungsmöglichkeiten Kurtaxen zahlen müssen.

In Bern sollen Vermieter von Airbnb-Übernachtungsmöglichkeiten Kurtaxen zahlen müssen.

Wer einen günstigen Städtetrip plant, versucht immer öfter, in Privatunterkünften unterzukommen. Das Geschäft boomt, auch in Bern. Die Bundesstadt verschärft nun als erste Schweizer Stadt ihr Gesetz, um Air­bnb-Gastgeber in die Pflicht zu nehmen. Am 1. Juni tritt ein revidiertes Übernachtungsreglement in Kraft. Dort ist festgeschrieben, dass auch Anbieter von «zu touristischen Zwecken vermieteten Zimmern oder Wohnungen» Kurtaxen abliefern müssen. Wer in Bern eine private Unterkunft auf der Online-Pattform Airbnb bucht, zahlt zukünftig also Steuern wie im Hotel. Verlangten Berner Hoteliers bisher 2.80 Franken pro Gast und Nacht, wird die städtische Übernachtungsabgabe fast verdoppelt – 4.30 Franken pro Übernachtung geben Touristen dann an die Stadt Bern ab.

Neue Gesetzgebung auf Druck der Hoteliers

Die Stadt möchte von Airbnb umwegslos Informationen über die Berner Zimmervermieter, um die Kur­taxen einziehen zu können. Martina Rettenmund, Sprecherin der Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie in Bern, bestätigt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Wir möchten direkt an die Daten der Airbnb-Vermieter kommen.» Laut dem Zeitungsbericht laufen zwischen Bern Tourismus und den Vermietungsplattformen schon Gespräche. Noch weigere sich Airbnb, die Daten rauszurücken.

Die Berner Hoteliers scheinen zufrieden mit der überarbeiteten Gesetzgebung: «Es ist nichts als rechtens, dass auch private Vermieter die städtische Übernachtungsgebühr abgeben müssen», so die Präsidentin des Berner Verbandes Hotellerie Bern+Mittelland, Beatrice Imboden. Es gehe nicht, dass die Hotels Gebühren und Taxen bezahlten sowie Gesetze einhalten müssten, während Private einfach in ihre eigene Kasse wirtschaften dürften. Bern sei nun Vorreiter, aber auch in andern Schweizer Städten, etwa Zürich, sei das Thema aktuell.

Vermieter fürchten sich vor Bürokratie

Die von 20 Minuten kontaktierten Airbnb-Vermieter wussten allesamt noch nichts von der Verschärfung der Berner Gesetzgebung. «An sich kann ich mich schon damit arrangieren», meint ein Anbieter, der anonym bleiben will. Eher der bürokratische Mehraufwand mache ihm Sorgen. «Ich wäre dankbar, wenn die Kurtaxen dann direkt von Airbnb an die Stadt überwiesen würden», so der Gastgeber. Ob er die Übernachtungspreise seines vermieteten Doppelzimmers anpassen wird, konnte er noch nicht sagen.

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