Regeln für Strassenmusik: Stadt «vergass» Entscheid
Aktualisiert

Regeln für StrassenmusikStadt «vergass» Entscheid

Weil sich viele Anwohner beschwert hatten, wollte die Stadt
die Anzahl Auftritte für Strassenmusiker einschränken – daraus wird vorerst aber nichts.

von
Lena Berger
Für Strassenmusiker gelten auch künftig keine Einschränkungen. Foto: nop

Für Strassenmusiker gelten auch künftig keine Einschränkungen. Foto: nop

Ab 1. Juli sollten Musiker nur noch viermal pro Monat für die Passanten spielen dürfen. Dies teilte zumindest der Luzerner Stadtrat gestern Morgen mit. «Wir haben Beschwerden von Anwohnern bekommen», begründete Rico De Bona, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen, die geplante Verschärfung.

Bei der SP sorgte die Ankündigung sogleich für rote Köpfe: Die Partei hatte erst im letzten Herbst im Stadtparlament erfolgreich gegen eine Begrenzung der Auftritte gekämpft. «Es ist schlicht unmöglich, dass ein parlamentarischer Entscheid so mir nichts dir nichts aufgehoben wird», ärgerte sich Fraktionschef Dominik Durrer. Auch die Grünen reagierten mit Unverständnis auf das Vorgehen des Stadt­rates. «Es kann nicht sein, dass einige Anrufe einen parlamentarischen Beschluss aufheben», so Fraktionschefin Edith Lanfranconi.

Wie sich auf Nachfrage bei der Stadt herausgestellt hat, ist der Entscheid des Parlaments bei der Verwaltung schlicht untergegangen. «Das war ein Fehler, für den ich mich entschuldige», sagte die zuständige Stadträtin Ursula Stämmer auf Anfrage. Über die verschärften Bestimmungen soll die Geschäftsprüfungskommission sofort informiert werden. Der Stadtrat werde dann nächste Woche neu entscheiden.

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