Aktualisiert 21.01.2016 11:06

Luzerner Neujahrsapéro

Stadt verlegte Festakt – wegen Fettflecken

Jedes Jahr ehrte der Stadtrat im historischen Porträtsaal im Rathaus Luzerner, die sich fürs Gemeinwohl einsetzen. Dort findet der Anlass nicht mehr statt: Grund sind Apéro-Flecken am Boden.

von
mme

Es ist eine schöne Geste des Luzerner Stadtrates: Jedes Jahr im Januar ehrt er Töchter und Söhne der Stadt, die sich in irgendeiner Form fürs Allgemeinwohl in Luzern hervorgetan haben. Heuer zum Beispiel die BMW-Garage im Fluhmühlenquartier, deren Mitarbeiter jeden Tag Güsel in der Nachbarschaft einsammeln, oder die Gastro-Legende Richard Beaudoux für sein Lebenswerk. Eingeladen sind jeweils auch Lokaljournalisten, denen der Stadtpräsident für ihre kritische Berichterstattung übers Jahr dankt.

«Fettiger und saucenbelasteter spanischer Apéro»

Bislang fand diese Zeremonie immer im ehrwürdigen Porträtsaal im Luzerner Rathaus statt, wo auch Trauungen vollzogen werden. Heuer war das zum ersten Mal anders: Der Stadtrat bewirtete seine Gäste im etwas kleineren Lesezimmer des Rathauses. Kurt Hürlimann, als Leiter Management Betrieb bei der Stadt auch für das Rathaus verantwortlich, erklärt: «Das ganze Rathaus steht unter nationalem Denkmalschutz. Der Porträtsaal ist ein hochkarätiges Baukulturdenkmal mit wertvoller originaler Bausubstanz. Vorgaben zur Nutzung und zum Schutz der Räumlichkeiten sind einzuhalten. Im Vorjahr gab es einen sehr fettigen und saucenbelasteten spanischen Apéro. Es fielen Häppchen zu Boden und der Schmutz auf dem Nadelfilzteppich war kaum mehr zu beseitigen.»

Dieser Nadelfilzteppich schütze im Porträtsaal den noch viel wertvolleren Parkettboden. Aber auch der Teppich sei sehr teuer und sollte nicht durch Öl und Fette verschmutzt werden, so Hürlimann weiter. Der Teppich sei eine Spezialanfertigung, die neben dem Schutz «auch ein gewisses Ambiente» gewährleisten soll. Darum sei einvernehmlich mit der Stadtkanzlei entschieden worden, den Anlass zu verlegen. «Die allgemeinen Reaktionen waren verständnisvoll», sagt Hürlimann.

Teilnehmer äusserten Bedauern

Die fettigen und saucenbelasteten spanischen Apéro-Häppchen im Porträtsaal vor einem Jahr schmeckten übrigens vorzüglich. Genau wie jene, die heuer im Lesezimmer gereicht wurden. Trotzdem: Aus dem Kreis der Teilnehmer wurde Bedauern darüber geäussert, dass man nicht mehr im ehrwürdigen Porträtsaal den Apéro kredenzen könne, um dem Anlass in gebührendem Rahmen begehen zu können.

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