Anwohner enttäuscht: Stadt vertreibt Schafe aus Höngg
Aktualisiert

Anwohner enttäuschtStadt vertreibt Schafe aus Höngg

Die Stadt Zürich will auf der Bombach-Wiese eine farbigere Pflanzenvielfalt. Deshalb musste die Schafherde gestern das Feld räumen.

von
Roman Hodel
Bauer Stefan Krieg ist mit seinen Schafen zum letzten Mal auf der Bombach-Wiese in Höngg. (Bild: Nicolas Y. Aebi)

Bauer Stefan Krieg ist mit seinen Schafen zum letzten Mal auf der Bombach-Wiese in Höngg. (Bild: Nicolas Y. Aebi)

Gefrässig beugten sich gestern Nachmittag rund 120 Schafe über die Gräser auf der Bombach-Wiese in Zürich-Höngg. Allerdings zum letzten Mal: «Dies ist ein Riesenverlust – viele Familien sind mit ihren Kindern hierhergekommen, so wie wir», sagt eine junge Mutter aus dem Quartier. «Mitten im Wohngebiet eine Schafherde, wo gab es das sonst in der Stadt?», sagt ein Passantin.

Bauer Stefan Krieg (29), dem die Schafe gehören, versteht die Enttäuschung: «Wenn es nach mir ginge, würden die Schafe auch nächsten Frühling wieder kommen.» So wie in den letzten sechs Jahren, als sich seine ­Tiere jeweils im Frühling und Herbst über das städtische Land hermachten. «Für die Schafe habe ich alternative Wiesen in Fällanden», sagt Krieg. «Doch das nützt den Quartierbewohnern in Höngg wenig – für sie tut es mir leid.»

Grund für den Wegzug der Schafherde: Grün Stadt Zürich hat mit der Bombach-Wiese etwas anderes vor. «Es handelt sich um eine ökologisch wertvolle Fläche – durch die Schafe wird sie aber zu intensiv genutzt», sagt Sprecherin Annina Keller. «Dank der ­künftig extensiven Nutzung entsteht dort wieder eine farbige Pflanzenvielfalt, an der sich die Passanten bestimmt auch erfreuen.»

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