15.09.2020 17:04

Immer wieder ÜberschwemmungenStadt will Hochwasser-Hotspot endlich in den Griff kriegen

Bei starken Regenfällen kommt es immer wieder zu Hochwasser im Würzenbachquartier. Nun hat die Stadt Luzern Massnahmen dagegen eingeleitet.

von
Nadine Wechsler

Die Aufnahmen eines Lesers zeigten, wie hoch das Wasser um das Verkehrshaus am 2. Juli in Luzern stand.

Video: Leser-Reporter

Darum gehts

  • Im Würzenbachquartier kommt es bei starken Regenfällen immer wieder zu Überschwemmungen.
  • Bereits nach der starken Überschwemmung im Jahr 2015 wurden erste Massnahmen getroffen.
  • Nachdem es im Juli erneut zu Hochwasser kam, hat die Stadt Luzern erneut nach Wegen gesucht, um die Lage zu verbessern.
  • Die Stadt Luzern hat gemeinsam mit dem Kanton verschiedene Massnahmen erarbeitet.

Zu starken Überschwemmungen im Quartier kam es Anfang Juli. Nur rund einen Monat später standen die Strassen wieder unter Wasser. Die Stadt Luzern gibt an, dass dafür in erster Linie der Gerlisbergbach verantwortlich sei, der unterirdisch durch das Würzenbachquartier verläuft, bevor er in den Würzenbach fliesst. Bei starken Niederschlägen komme es immer wieder zum Übertritt des Baches, was wiederum zu Überschwemmungen des Quartiers führe. Nun wurden erste Massnahmen beschlossen und eingeleitet.

Wie die Stadt Luzern in einer Mitteilung schreibt, sei bereits als Reaktion auf die Überschwemmung im Würzenbachquartier im Jahr 2015 ein Geschiebesammler neu gebaut worden. Dieser sorgt dafür, dass Schwemmholz und Geröll zurückgehalten werden. So soll ein Übertritt verhindert werden. Im Juli fielen hohe Niederschlagsmengen auf kleinem Gebiet innerhalb von kurzer Zeit, dies hatte zur Folge, dass der Geschiebesammler überlastet wurde. Als Folge davon gelangte das Material in den unterirdischen Bachlauf und verstopfte diesen. Hinzu kam, dass die Schächte auf der Strasse das Wasser nicht vollständig abführen konnten. Es kam zu Schäden an Gebäuden im Würzenbachquartier und an der Haldenstrasse.

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Immer wieder ist das Quartier nach starken Regenfällen von Hochwasser betroffen.

Immer wieder ist das Quartier nach starken Regenfällen von Hochwasser betroffen.

KEYSTONE
Anfang Juli sorgten heftige Gewitter mit starken Regenfällen im Würzenbachquartier für Überschwemmungen. 

Anfang Juli sorgten heftige Gewitter mit starken Regenfällen im Würzenbachquartier für Überschwemmungen.

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Die Stadt und der Kanton Luzern haben nun verschiedene Massnahmen ausgearbeitet, um die Überschwemmungen in Zukunft zu verhindern.

Die Stadt und der Kanton Luzern haben nun verschiedene Massnahmen ausgearbeitet, um die Überschwemmungen in Zukunft zu verhindern.

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Sofortmassnahmen eingeleitet

Unmittelbar nach dem Hochwasser im Juli haben Stadt und Kanton Sofortmassnahmen besprochen und die Zuständigkeit geregelt. Damit soll eine zügige Umsetzung erfolgen können. Die Sofortmassnahmen werden eine rasche Verbesserung erzielen, teilt die Stadt Luzern zuversichtlich in einem Schreiben mit.

Bereits abgeschlossen wurden die Instandsetzung und der Unterhalt sämtlicher betroffener Leitungen sowie die Untersuchung der defekten Schächte an der Haldenstrasse und die Neuvermessung und Untersuchung aller Gebäude der unterirdischen Bachleitung Gerlisbergbach.

Geplant ist weiter der Ersatz der Einlaufschächte an der Haldenstrasse, damit das Wasser besser ablaufen kann. Umgesetzt wird seit Anfang September ausserdem die Demontage und Verbesserung des Korbrechens vor dem Geschiebesammler. Dieser ist für den Rückhalt des angeschwemmten Geschiebes zuständig. Zur weiteren Unterstützung soll in den nächsten Monaten ein Grobholzrechen oberhalb des Geschiebesammlers installiert werden, um grössere Holzstücke abzufangen.

Konzept wird neu überarbeitet

Die geplanten Sofortmassnahmen allein können die komplexe Ausgangslage im Würzenbachquartier nicht nachhaltig lösen, heisst es in der Mitteilung weiter. So müsse das Konzept des Gerlisberg- und Würzenbachs neu überarbeitet werden. Dabei müssen die Aspekte der Siedlungsentwässerung sowie Naturgefahren vorrangig und gesamtheitlich betrachtet werden.

«Es wird viel unternommen, um die Situation in den Griff zu bekommen. Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass man im Bereich der Naturgefahren nie eine 100-prozentige Sicherheit gewährleisten kann», sagt Miriam Asanger, Leiterin Siedlungsentwässerung der Stadt Luzern.

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4 Kommentare
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Taskfurz

16.09.2020, 23:21

wir sind heute soweit, dass jemand mit einem Schnupfen morgens um sechs Uhr von der Zürcher Pozilei deportiert und eingesperrt wird.

senf dazu

16.09.2020, 07:05

ich sag dazu corona

Lexy

16.09.2020, 06:17

Ganz schön spät... Luzern hat ständig Überschwemmungen und das seit Jahren.